Tag Archives: staatliche Zulage

Wie man mit Betriebsrenten Altersarmut verhindern kann

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen (CDU), hat im Rahmen des Regierungsdialogs Rente das Konzept der Zuschuss-Rente präsentiert, wobei eine Vorbedingung den Abschluss eines eigenen Altersversorgungsvertrags vorsieht. Hier will die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (ABA) ansetzen, um die betriebliche Altersversorgung (bAV) stärker ins Spiel zu bringen. Die ABA legte der Ministerin eigene Eckpunkte zur Eindämmung von Altersarmut durch Nutzung des Potenzials der bAV vor.

Der ABA-Vorstandsvorsitzende Heribert Karch erklärte, man dürfe nicht dem Irrtum aufsitzen, Altersarmut sei lediglich ein Thema, das vor allem weiblich sei, geprägt von niedrigen Verdiensten oder mehrfach unterbrochener Erwerbsbiografie. „Altersarmut ist auch ein Branchenthema“, schrieb Karch in einem Beitrag für die Verbandszeitschrift Betriebliche Altersversorgung.

Deshalb hat die ABA in einem Eckpunktepapier Ministerin von der Leyen eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, wie der bAV eine größere Bedeutung bei der Vermeidung von Altersarmut zukommen könnte. Unter anderem wird angeführt, dass die bAV im Gegensatz zum Riester-Sparen „das kapitalgedeckte System mit der höchsten Effizienz durch niedrige Kosten und damit lukrativsten Renten“ sowie der geringsten Fehleranfälligkeit sei.

Betriebsrenten nicht gegen Grundsicherung anrechnen

Zudem sollten die „demotivierenden“ Anrechnungsregelungen der Grundsicherung im Rahmen der neuen Zuschuss-Rente (VersicherungsJournal 12.9.2011) überprüft werden. Wer trotz niedrigen Einkommens zusätzliche Altersvorsorge betrieben habe, sollte später auch ungeschmälert in den Genuss seiner Betriebsrente kommen. Auch Leistungen des Arbeitgebers oder tarifvertraglich vereinbarte Leistungen zur bAV sollten bezüglich der Grundsicherung als Schonvermögen behandelt werden, heißt es in dem Eckpunktepapier.

Generell sollte die Zuschuss-Rente so konzipiert werden, dass diese ein Sicherheitsnetz darstellt, das umso erfolgreicher ist, je weniger sie in Anspruch genommen werden muss. Die deutlich über der Grundsicherung liegende Zuschuss-Rente soll mit 850 Euro im Monat starten und an den allgemeinen Rentenerhöhungen teilnehmen.

Solvency II darf nicht zu Effizienzverlusten bei der bAV führen

Sorge bereitet der ABA die auf europäische Ebene ab 2013 geplante Einführung von Solvency II. Die derzeit in Brüssel diskutierten Eigenkapital-Anforderungen für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung würden dazu führen, dass Betriebsrenten-Systeme enorm an Effizienz verlören, ohne mehr Sicherheit für die Arbeitnehmer zu schaffen.

Nach Ansicht der ABA sollte unter Beteiligung von Regierung und Sozialpartnern eine ständige Arbeitsgruppe gebildet werden, die einen Maßnahmenkatalog zur deutlich stärkeren Verbreitung der bAV erstellt. Hier könnte es um leichter handhabbare Rahmenbedingungen insbesondere im Arbeits-, Steuer-, Sozial- und Aufsichtsrecht gehen.

Die ABA begrüßt die Berücksichtigung der bAV als Voraussetzung für die Zusatz-Rente. Zum Start der Zuschuss-Rente soll nach den Plänen der Ministerin eine mindestens fünfjährige private Altersvorsorge nachgewiesen werden müssen. ABA möchte hier, dass die Möglichkeit eröffnet wird, Finanzierungslücken in der bAV durch eine nachträgliche Dotierung noch schließen zu können.

Quelle: VM Manfred Brüss
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BAV: Versicherungstrio bietet Direktversicherung für Apotheker

Die Versicherungen Alte Leipziger, R+V und Axa bieten ab sofort gemeinsam ein betriebliches Altersvorsorgeprodukt für Apothekenmitarbeiter an.

Mit der neuen Apotheken-Rente hat das Versicherungskonsortium den Tarifvertrag des Arbeitgeberverbands Deutscher Apotheken (ADA) und der Apothekengewerkschaft Adexa umgesetzt. Den „Tarifvertrag zur betrieblichen Altersvorsorge für Mitarbeiter in Apotheken und Auszubildende zur Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten“ haben die Tarifparteien geschlossen, um die Altersbezüge von Apothekenmitarbeitern zu verbessern. Er tritt zum 1. Januar 2012 in Kraft. Im Tarifvertrag haben ADA und Adexa zum ersten Mal einen Arbeitgeberbeitrag und -Zuschuss zur betrieblichen Altersvorsorge (bAV) tariflich vorgeschrieben.

Die Apotheken-Rente ist eine Direktversicherung. Der Apotheker zahlt monatlich zwischen 10 und 27,50 Euro in seinen Vertrag ein. Der Beitrag ist abhängig von der Wochenarbeitszeit der Mitarbeiter. Die Angestellten können darüber hinaus einen freiwilligen Zusatzbeitrag leisten. Auf diesen zahlt der Arbeitgeber noch einmal einen 20-prozentigen Zuschuss.

Ein Beispiel: Eine heute 42-jährige Apothekenangestellte mit einem Teilzeitvertrag über 20 Wochenstunden erhält für ihre betriebliche Altersvorsorge einen Beitrag von ihrem Arbeitgeber in Höhe von 22,50 Euro. Aus ihrem Gehalt stockt sie diesen Betrag freiwillig um 50 Euro monatlich auf. Dafür erhält sie von ihrem Chef einen Arbeitgeberzuschuss von 10 Euro. Auf ihr betriebliches Altersvorsorgekonto fließen also monatlich insgesamt 82,50 Euro. Wenn die Angestellte mit 67 Jahren in den Ruhestand geht, erhält sie eine garantierte monatliche Rente von 115 Euro. Diese erhöht sich durch die bis dahin entstandenen Überschüsse.

Von: Karen Schmidt

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Warum die betriebliche Altersvorsorge immer noch so wenig verbreitet ist, Riester ach so „toll“ ist

Liebe Leser,

heute will ich etwas provokant eine Frage stellen und diese auch gleich beantworten.

Warum ist die betriebliche Altersvorsorge (bAV) immer noch so wenig verbreitet, Riester aber so „toll“?

Antwort: Weil es bei Riester -, Basis-, oder Privaten Rentenverträgen schneller Provision gibt!

Und das ist schon das Problem. Ein Unternehmer (und auch ein Versicherungsvertreter ist dies) sollte immer Umsatz und gewinnorientiert arbeiten, sonst würde es ja keinen Sinn machen und er könnte seinen Laden nach kurzer Zeit abschließen. Bedeutet also auf die oben gestellte Frage, das der Unternehmer „Versicherungsverteter“  natürlich schneller Umsatz macht wenn er abends beim Kunden sitzt und ihm im Rahmen eines ausführlichen Beratungsgesprächs einen Riester etc. empfiehlt. Der Kunde folgt der Empfehlung denn die Gründe hierfür (immer geringerere Rente im Alter etc.) sind ja schlüssig und das Angebot auch. Der Vertrag wird geschlossen, geprüft, angenommen und nach spätestens 4 Wochen hat der Unternehmer „Versicherungsvertreter“ sein Lohn/Provision/Umsatz auf dem Konto. Somit können Büromiete, Mitarbeiter und Steuern etc. finanziert werden. Also, nicht mehr als konsequent und nachvollziehbar.

Gut, die Zahlungen im Rahmen eines Riestervertrages sind begrenzt auf maximal 2.100.- € pro Jahr und somit natürlich auch das Ergebnis am Ende. Aber für die Altersvorsorge ist ja etwas getan. Ach ja vergessen darf man natürlich auch nicht, immer brav an den Antrag zum Erhalt der Förderungen zu denken, im darauf folgenden Jahr, mit der hoffentlich zeitnah abgegebenen Steuererklärung. Dies ist im übrigen das gleiche System wie mit der Wohnungsbauprämie bei Bausparverträgen. Dieses System funktioniert so gut, das knapp eine Milliarde Euro an Förderungen nicht abgerufen werden! Diese riesige Summe kommt dadurch zustande, dass  Zulagen nicht beantragt werden oder nicht die nötigen Eigenbeiträge eingezahlt werden.  Dadurch werden die Zulagen anteilig gekürzt. Im Durchschnitt verschenkten die Sparer dadurch 140 Euro pro Vertrag, fand jetzt die Studie „Vorsorgeatlas Deutschland“ heraus, die vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag von Union Investment erstellt wurde.

Nun gut, wer böse ist könnte jetzt sagen, dann ist das ja ein prima Geschäft für den Staat. Denn wissen sollte man, das die Förderung von uns im voraus an den Staat gezahlt wird (über den Rentenversicherunsgbeitrag). Zusammenfassend: Unternehmer „Versicherungsvertreter“ ist zufrieden, Kunde zahlt brav immer im voraus seine Beiträge an „Riester“ und vergisst im Volumen von 1 Milliarde € seine eigenen Zulagen abzuholen, der Staat findet es prima, Herr Walter Riester und Bernd Rürup gehen zum „AWD“ und alle sind zufrieden!   „Geschmäckle“ ?

Nun kommen wir aber zur Kernfrage von oben zurück: Wenn im oben beschriebenen Prozess, der Umsatz rasch erzielt werden kann, ist es einfach zu schlussfolgern, warum, die seit dem 21.12.1974 im Rahmen des Betriebsrentengesetzes bestehenden bAV Varianten nur eine dezente Rolle spielen. Hier läuft der Prozess in aller Regel anders:

1. Ausschreibungen der Unternehmen 2. Angebotsabgabe/Bewerbung  3. Ansprache des Arbeitgebers   4. Prüfung im Unternehmen(Personalabteilung/Betriebsrat etc.)  5. Detailbesprechung 6. Rahmenvertragsvereinbarung   7. Prüfung des Rahmenvertrages    8. Genehmigung und Abschluss    9. Präsentation im Unternehmen/Mitarbeiterveranstaltung    10. Einzelgespräche mit den Mitarbeitern (je nach Größe des Unternehmens kann dieser Teil bis zu 3 Monaten dauern).    11. Aufnahme Antrag mit Mitarbeiter    12. Unterschrift des Arbeitgebers.

Zugegeben, umständlich im Handling, aber die Vorteile für die Unternehmen sowie die Mitarbeiter liegen klar auf der Hand. Lohnnebenkosten Ersparnis in 5 stelliger Höhe einerseits für den Arbeitgeber und deutlich höhere Förderungen für die Mitarbeiter- „geschenktes Geld vom Chef“! Alles in allem kann dieser Prozess auch einmal ein Jahr dauern, bis der Unternehmer „Versicherunsgvertreter“ sein Umsatzt/Gehalt/Provision erhält.  Die Antwort „warum die betriebliche Altersvorsorge immer noch so wenig verbreitet ist“ beantwortet sich so fast von selbst.

Für den Kunden nicht gerade die beste Situation. Warum? Wenn Riester im voraus gezahlt wird und die Zulage nur auf Antrag nach einem Jahr im Rahmen der Steuererklärung ausgezahlt wird, wie ist das eigentlich bei der betrieblichen Altersvorsorge?

Antwort: Das gibts hier gar nicht! Hier wird gezahlt, monatlich und die „Zuschüsse“ werden ohne Antrag monatlich gewährt! Keiner kann was vergessen, keiner muss ein Jahr warten und der Staat bleibt nicht auf seinen Zulagen sitzen! 😉

Betrachtete man jetzt noch, das seit dem 01.01.2002 ein gesetzlicher Rechtsanspruch auf bAV für jeden Angestellten besteht und bei gleichem Rentenanspruch wie bei Riester i.d.R. deutlich weniger Eigenbeitrag in der bAV vom Mitarbeiter getragen wird sowie ein weiterer Anspruch auf Portabilität/Mitnahme zur Verfügung steht, der Arbeitgeber in aller Regel, auch noch was nettes davon hat (optimierte SV-Kosten), reduziert sich die Antwort auf die Frage von oben, eigentlich wieder nur, auf den beschriebenen Prozess.

Schade!,  für den Kunden.

Herzlichst Grüßt

Alexander Leuthner

Spezialist für betriebliche Vorsorge Konzepte

 

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Vermögenswirksame Leistungen

Geschenke vom Chef

Beim Sparen könnten sich viele von ihrem Chef helfen lassen – das Stichwort lautet: vermögenswirksame Leistungen. Doch nur jeder Sechste beansprucht die Dreingabe zum Gehalt tatsächlich. Dabei bekommt man sie einfacher, als der verstaubte Name vermuten lässt.
Viele Deutsche verschmähen Geschenke ihres Arbeitgebers – meist wohl aus reiner Unwissenheit. Die Rede ist von Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Die können theoretisch sehr viele Angestellte von ihrem Arbeitgeber bekommen. Vom Staat gibt es in bestimmten Fällen (Einkommens-abhängig)  noch eine Zulage.

Doch nur rund 15 Prozent aller deutschen Haushalte nutzen VL, wie der Arbeitskreis Verbrauchs- und Medienanalyse herausgefunden hat. Dies liege oft an Unwissenheit der Arbeitnehmer, glaubt die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover: „Wenn in der Beratung von Vermögenswirksamen Leistungen gesprochen werde, dann schaut man häufig in leere Augen.“

Was es schwierig macht: Nicht alle Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf VL. Es gibt diese Sparzulagen des Arbeitgebers meist nur dann, wenn dies ausdrücklich im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt ist. Laut der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 4/2011), die von der Stiftung Warentest herausgegeben wird, bekommen Beamte etwa 6,65 Euro im Monat, Metallarbeitnehmer 26,59 Euro und Banker 40 Euro.

„Das ist ein Geschenk vom Arbeitgeber“. Und das sollte man unbedingt annehmen, da die Zahlung nicht etwa an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden ist, wie viele Arbeitnehmer glauben. Diese Grenzen gelten lediglich für die staatlichen Zulagen, die es bei der Anlage in bestimmten Anlagearten noch obendrauf gibt. „Dann ist staatliche Förderung ein Sahnehäubchen.“

Häufige Voraussetzung: Betriebliche Altersvorsorge!

Viele Arbeitgeber geben den Zuschuss allerdings nur noch dann, wenn die VL in eine betriebliche Altersversorgung gesteckt werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, solch ein Angebot anzunehmen: „Mit der betrieblichen Altersvorsorge erhöhen die Verbraucher ihr Einkommen im Alter.“ Die Alternative, auf das Geld zu verzichten, ergebe in der Regel keinen Sinn. „Allerdings sollten sich die Verbraucher die Vertragsmodalitäten genau anschauen und gegebenenfalls Zusatzleistungen vereinbaren, beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung.“ Da hier die Förderungen (Steuer und Sozialversicherungsersparnisse) direkt Monat für Monat auf den Vorsorgevertrag eingehen, beginnt der Zinses Zins Effekt sofort. Auch die Höhe der Beiträge ist interessant. Bis zu 370.- € monatlich, abzüglich VL, abzüglich Steuer und Sozialversicherung (Sozialversicherungsbefreiung bis 220.- € monatlich) können hier investiert werden. In vielen Fällen bedeutet dies, das der Eigenanteil nur bei ca. der Hälfte des Gesamtbeitrages liegt.

Die Förderung vom Staat, die Arbeitnehmersparzulage, wird dann gezahlt, wenn Ledige nicht mehr als 17.900 Euro oder Verheiratete nicht mehr als 35.800 Euro im Jahr verdienen. Allerdings nur, wenn man das Geld in einen Bausparvertrag steckt oder davon einen Baukredit tilgt. Beim Aktienfondssparen liegt die Grenze für Alleinstehende bei 20.000 Euro beziehungsweise für Ehepaare bei 40.000 Euro.

Ein Muss für Niedrigverdiener

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Geringverdienern, die staatliche Förderung auf jeden Fall mitzunehmen und zu einem der geförderten Produkte zu greifen. Für welches man sich entscheidet, hängt von der persönlichen Risikobereitschaft ab. „Der Risikobewusste investiert eher in einen Aktienfonds („aber Achtung!, hohes Risiko und zum Teil sehr Hohe Kosten“), der andere eher in einen Bausparvertrag.“ Laut „Finanztest“ können sich Sparer beim besten Bausparangebot über eine Rendite von 3,35 Prozent freuen.

Anlegern, die keinen Anspruch auf staatliche Zulagen haben, rät Verbraucherschützer Tammen, in einen VL-Banksparplan zu investieren. Laut Stiftung Warentest können Anleger hier beim besten Anbieter nach sieben Jahren eine Rendite von 3,48 Prozent erwarten.

Von Aktienfonds rät der Experte bei Arbeitnehmern, die nicht zulageberechtigt sind, eher ab, weil der Anleger hier nur auf eine beschränkte Anzahl von Produkten zugreifen kann, die für Vermögenswirksame Leistungen zugelassen sind. „Wenn ich in Aktienfonds investieren möchte, dann würde ich das in diesem Fall außerhalb der Vermögenswirksamen Leistungen machen.“

Egal für welche Anlageform man sich auch entscheidet: Der Arbeitgeber zahlt das Geld direkt auf ein von dem Mitarbeiter benanntes Sparvertragskonto ein. Sieben Jahre läuft ein VL-Vertrag. „Allerdings werden nur sechs Jahre Beiträge eingezahlt, ein Jahr ruht der Vertrag“, sagt Annabel Oelmann: „Verbraucher sollten sich daher frühzeitig um einen neuen Vertrag kümmern.“

Alle Zulagenberechtigten müssen beachten, dass die Arbeitnehmersparzulage nicht automatisch kommt, wie Oelmann erklärt: „Sie muss jedes Jahr mit der Steuererklärung beantragt werden. Das Geldinstitut gibt den Kunden dazu eine nötige Bescheinigung, die der Steuererklärung hinzugefügt werden muss.“

dpa/mamk

 

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Kleinbetriebe nutzen staatliche Rentenförderung kaum

Kleinbetriebe haben nach Einschätzungen bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) einen erheblichen Nachholbedarf. Während Unternehmen über 99 Mitarbeitern zu 75 Prozent eine bAV anbieten, liegt die Quote bei Kleinbetrieben mit bis zu vier Mitarbeitern nur bei 25 Prozent.

Unternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern haben nicht mal in der Hälfte aller Fälle eine bAV eingerichtet. Das geht aus einem Bericht zur betrieblichen Altersversorgung hervor. Dabei hat jeder Mitarbeiter das gesetzliche Recht, Teile seines Gehaltes steuer- und sozialabgabenfrei in eine Betriebsrente umzuwandeln. Für Kleinbetrieb spielt scheinbar die bAV zur Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern keine besondere Rolle.

Sparvolumen um 60 Euro erhöhen
Dabei müsste der Durchschnittsverdiener sein Sparvolumen für den Ruhestand monatlich noch um rund 60 Euro erhöhen. Derzeit würden im Schnitt nur 147 Euro pro Monat für die private Zusatzrente zurückgelegt. Die Bereitschaft, die gesetzliche Rente mit privaten Sparen zu erhöhen, nähme bei den meisten Menschen erst mit rund 40 Jahren deutlich zu. Dabei spielt die bAV immer noch eine untergeordnete Rolle. So bauen 45 Prozent der Bürger bei ihrer privaten Vorsorge auf eine private Lebens- oder Rentenversicherung. Nur 29 Prozent sparen hingegen über den Betrieb.

Arbeitgeberzuschüsse erhöhen Durchdringungsquote
Die klassische Betriebsrente, die allein vom Arbeitgeber getragen wird, scheint aber mittlerweile mit einem Anteil von 35 Prozent zum Auslaufmodell zu werden. Demgegenüber liegt der Anteil der Arbeitnehmer, die bei Entgeltumwandlung einen Zuschuss erhalten bei rund 36 Prozent, während etwa 27 Prozent der Angestellten mit einer reinen Entgeltumwandlung auskommen müssen. Nach Erkenntnissen erhöht sich die Durchdringungsquote der staatlich geförderten bAV durch Arbeitgeberzuschüsse erheblich. Das sei auch zum Vorteil des Unternehmens, weil damit Sozialabgaben gespart würden.

Quelle: VM 16.06.2011

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Betriebsrente (bAV): Skandalöser Informationsstand der Arbeitnehmer

31.05.2011 – Über die Hälfte aller Arbeitnehmer kennen scheinbar ihren Anspruch auf eine geförderte Betriebsrente per Entgeltumwandlung nicht. Das geht aus einer Umfrage des Kölner Marktforschers YouGovPsychonomics hervor, für die1.328 Arbeitnehmer interviewt wurden. Auf die Frage, ob ihr Arbeitgeber prinzipiell eine betriebliche Altersversorgung (bAV) anbietet, antworten 42 Prozent mit „nein“ und 13 Prozent wussten es nicht. Dabei ist die staatliche geförderte Entgeltumwandlung seit Jahren gesetzliche Pflicht.

„Arbeitgeber müssen über die Möglichkeit einer Entgeltumwandlung jeden Mitarbeiter informieren, auch wenn sie aktiv keine Betriebsrente anbieten“. Das Betriebsrentengesetz regelt die „Betriebsrente“ und den damit verbundenen Rechtsanspruch.  http://www.gesetze.juris.de/betravg/__1a.html
Arbeitgeber, die ihre Mitarbeiter nicht über ihr Recht auf bAV informieren, haben ein hohes Haftungsrisiko. „Wenn der Mitarbeiter später erfährt, dass er sich günstig über seinen Betrieb eine Altersvorsorge hätte aufbauen können, kann er seinen Arbeitgeber verklagen“.
Daher sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter systematisch aufklären und Umfang und Inhalt der Informationen in der Personalakte dokumentieren. Der schlechte Informationsstand der Arbeitnehmer wird auch dadurch deutlich, dass laut Arbeitgeberseite 85 Prozent gegenwärtig ein bAV-Angebot haben.

bAV-Nachfrage verhalten
Daher ist es kein Wunder, dass die Unternehmen in der Regel mit wenigen neuen bAV-Abschlüssen in den nächsten zwölf Monaten rechnen. 16 Prozent der Arbeitgeber rechnen mit Neuabschlüssen, die zwischen sechs und zehn Prozent liegen. Sieben Prozent der Unternehmen, meist größere Arbeitgeber, rechnen mit einem höheren Neuabschlussgeschäft. Auch aus der Arbeitnehmerbefragung geht hervor, dass nur knapp zehn Prozent der Arbeitnehmer zwischen 18 und 55 Jahren in den nächsten zwölf Monaten etwas für ihre Altersvorsorge tun wollen.

„Der Gesamtanteil der vorsorgebereiten Arbeitnehmer liegt bei 31 Prozent“ schreibt der Kölner Marktforscher YouGovPsychonomics. Das hört sich im ersten Moment noch gut an. Doch wer sich die Studie genauer anschaut, stellt fest, dass die zusätzlichen 21 Prozent auf die Antwortkategorie „trifft eher zu“ entfallen. Tatsächlich sind somit 82,6 Prozent aller Arbeitnehmer unsicher oder lehnen für sich eine zusätzliche private Altersvorsorge über den Betrieb einfach ab.

7,8 Prozent können damit sogar überhaupt nichts anfangen und fünf Prozent wissen sogar nicht einmal, ob sie einen betrieblichen Altersvorsorgevertrag (bAV) abgeschlossen haben. Insgesamt ist der Anteil potenzielle Interessierten aber trotzdem scheinbar groß: 63 Prozent sind noch ohne eine bAV. Leider geht aus der Studie auf den ersten Blick nicht hervor, wie viele ohne bAV-Vertrag bereits in welchem Umfang privat vorgesorgt haben.

 

Quelle: VM 31.05.2011

 

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Tipps und Tricks zur Riester Rente

Was ist die Riester Rente und wer nimmt sie in Anspruch?

Die Riester Rente ist die Antwort des Staates auf die leer gewordenen Kassen der gesetzlichen Rentenversicherungen. Sie ist eine freiwillig privat finanzierte Rente, die durch staatliche Mittel gefördert wird. Bereits seit 2001 konnten alle Bürger Riester Renten Verträge abschließen. 2005 wurde die Riester Rente dann im Rahmen des Alterseinkünftegesetzes vereinfacht.

Generell ist die Riester Rente für jeden Arbeitnehmer attraktiv, denn die Beitragszahlungen  können auf das Einkommen eines jeden einzelnen individuell abgestimmt werden. Mit Beginn des Rentenalters setzt der Leistungsfall der Riester Rente ein. Während der Laufzeit des Riester Vertrags wird der Versicherte regelmäßig über die Höhe des aktuellen Rentenanspruchs informiert. So bleibt der Riester Vertrag immer transparent.

Wie wird die Riester Rente gefördert?

Der Staat übernimmt bis zu 50 % der Beiträge. Die eigenen Beiträge zur Riester Rente können bis zu einem gewissen Höchstbetrag von der Steuer abgesetzt werden. Im Falle eines Anspruchs auf ALG II sind die Zahlungen in einen Riester Renten Vertrag pfändungssicher und anrechnungsfrei. Außerdem gewährleistet der Staat, dass zum Rentenantritt mindestens das angesparte Riester Vermögen inklusive Zulagen ausgezahlt wird. So möchte der Staat die private Verantwortung zur Altersvorsorge positiv unterstützen.

Die staatliche Zulage beträgt für jeden Versicherten 145 Euro jährlich. Zusätzlich gibt es für Kinder, die einschließlich des Jahres 2008 geboren sind, eine Kinderzulage von jährlich 300 Euro. Ein weiterer Vorteil: Eine Förderung im Rahmen der Riester Rente ist auch dann noch rückwirkend für das ganze Kalenderjahr möglich, wenn der entsprechende Vertrag erst im Dezember abgeschlossen wurde.

>> zum Riester Renten Rechner

 

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