Tag Archives: Lohnfortzahlungspassus

Geschäftsführer erhält kein Krankengeld von seiner gesetzlichen Krankenkasse

Erneut ein Praxisfall zum Thema Krankengeld für Geschäftsführer:

Andreas H. 44 Jahre alt verheiratet und Vater von drei Kinder. Jahresgehalt inkl. Tantiemen 145.000.- € (pro Monat 12.083,33 .- €). Herr H. ist bei der DAK freiwillig gesetzlich Krankenversichert mit einen Anspruch auf Krankengeld nach der 6. Woche in Höhe von 2.677,50.- € pro Monat!!

Am 2. Weihnachtsfeiertag nimmt ein angetrunkenen Fahrer Herrn H. auf dem Weg zur Tankstelle die Vorfahrt. Herrn H. trägt schwere Verletzungen im Beckenbereich sowie an der Schulter davon.

Nach 3 Wochen Krankenhausaufenthalt wird Herr H. in eine Reha-Anstalt überwiesen. Herr H. wird aus der stationären Reha nach 5 Wochen entlassen um weitere ambulante Rehabilitations-Maßnahmen durchzuführen, geplant ist dies für mindesten 2 weitere Monate.

Die Lohnfortzahlung hat Herr H. über seine GmbH zum Glück für 6 Monate vereinbart. Allerdings wurde seiner Krankenkasse dies nicht mitgeteilt.

Ergebnis:

Die gesetzliche Krankenkasse verweigert, (zurecht) die Zahlung eines Krankengeldes ab der 6. Woche da ja eine Lohnfortzahlung erst ab dem 6. Monat notwendig ist.

Da dieser Fall keine Existenzbedrohung darstellt, zumindest nicht in den ersten 6 Monaten, ist dies finanziell für den Moment kein Problem für Herrn H.                                                     Allerdings wurden in den vergangen 8 Jahren Beiträge für den zusätzlich Schutz bei Krankheit an die gesetzliche Kasse abgeführt. Dies waren immerhin über 2.500.- € !!

Fazit:

Auch wenn in diesem Fall die Regelung zur Lohnfortzahlung die zu Empfehlende war, ist eine Abstimmung auf den Versicherungsumfang bei der Krankenkasse notwendig. In einzelnen Fällen konnten wir, für die jeweiligen Versicherten die Beiträge zurückfordern. Grundsätzlich ist aber auch hier ersichtlich das der Arbeitsvertrag des Geschäftsführers und die Abstimmung mit allen „Instanzen“ dringend angeraten ist.

Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine Mail mit dem Betreff „Lohnfortzahlung für Geschäftsführer“ und wir informieren Sie über die richtige Gestaltung.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht und verbleibe,

mit frühlingshaften Grüßen

Alexander Leuthner

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Privatpatienten fliehen in gesetzliche Versicherung… „wegen zu hoher Beiträge“, hört hört!

Da staunt man nicht schlecht, wenn man die Artikel aus der „Welt“, „Bild“ und der „tz“ liest. Da brüsten sich doch die gesetzlichen Kassen (GKV) damit das, Zitat:  „Es gibt Tricks, mit denen wir Privatpatienten helfen können“, sagte ein Krankenkassenmanager. Die Voraussetzung sei jedoch immer, dass der Arbeitgeber einverstanden sei….“. Es geht hier darum privat Versicherte in die GKV zurück zu holen.

Das Verlassen einer privaten Krankenversicherung hat der Gesetzgeber eigentlich nur in Ausnahmefällen, etwa bei Arbeitslosigkeit oder einem Absinken des Gehalts, vorgesehen. Anderen Wechselwilligen, die den teils starken Erhöhungen der Beiträge in der Privatversicherung entgehen wollen, helfen manche Kassen aber offenbar dabei, Schlupflöcher zu finden….

Begründung ist die Beitragsentwicklung bei den Privaten Krankenkassen. Nicht das ich Missverstanden werden werde: sicher ist dies bei einer großen Anzahl der Privaten Kassen richtig. Interessant finde ich aber das mit keiner Silbe erwähnt wird das zum 01.01.2012 auch bei den gesetzlichen Kassen wieder eine Beitragserhöhung stattfand. Der Gesetzgeber hat nämlich die Beitragsbemessungsgrenze auf 3.825 € angepasst. Bedeutet, neuer Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenkasse pro Monat inklusive aller Zusatzbeiträge = 752,03 € !!!

Dies gilt für diejenigen die „Beitragsbemessungsgrenze“ verdienen bzw. darüber hinaus. Also genau diejenigen die sich Privat versichern könnten.

Die Frage darf gestellt werden, „wie sieht eigentlich bei dieser gut verdienenden Personengruppe die Beitragsbemessung im Rentenalter aus?? Welche Einkommensarten sind denn dann meldepflichtig? Wie sieht denn die Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2040 aus?

Kurze Erläuterung: Bei freiwillig versicherten Rentnern, sind bis zur jeweils gültigen BBG alle Einkommensarten (7 an der Zahl) meldepflichtig und mit Beiträge zu belegen. Dies sind zum Beispiel Mieteinnahmen, Einnahmen aus Kapitaleinkünften (Zinsen und Dividenden), Einnahmen aus Betriebsrenten um nur drei zu nennen.

Hier nun ein paar Zahlen:

BBG im Jahr 1970 1.200 DEM!!   –  BBG 42 Jahre später, also ein Arbeitsleben = 3.825.- €. Mehr als 6 mal so hoch wie noch in 1970

Höchstbeitrag in der gesetzlichen Kasse 1970 98,40 DEM!!    –   42 Jahre später = 752,03 € inkl. Zusatzbeitrag und kinderlos. 15 mal so hoch als 1970. Bezogen auf den Arbeitnehmer Beitrag sind dies immerhin 7,02 % p.a.

Wo wird der Beitrag bei den gesetzlichen Kassen wohl in 2040 sein und vorallem welche Leistungen müssen dann selbst bezahlt werden weil sie nicht mehr im Leistungskatalog der GKV enthalten sind?

Entscheidend ist seit jeher die Erkenntnis, das Gesundheit ein „Gut“ ist, das Geld kostet. Eine sorgsame Auswahl eines Versicherers sowie eine Betrachtung der individuellen Situation verbunden mit einem Konzept „wie finanziere ich meine Krankenversicherungsbeiträge im Rentenalter“ schützen vor unliebsamen Überraschungen und dies egal ob ich gesetzlich oder privat versichert bin. So sind die oben genannten „Tricks“ nicht notwendig.

Beste Grüße und noch ein „gesundes“ neues Jahr.

Alexander Leuthner

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Betriebliche Altersversorgung: Zahl der Interessierten steigt weiter

Immer mehr Menschen in Deutschland sind an der betrieblichen Altersversorgung (bAV) interessiert. 2004 äußerten sich 14 Prozent der Befragten in diese Richtung. Inzwischen sind es 26 Prozent. Und mehr als jeder Zehnte erwägt den Abschluss eines bAV-Produktes. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls die Marktstudie „bAV-Report 2011“ des Beratungsinstituts YouGovPsychonomics AG. 

Allgemeines Interesse an bAV-Produkten hätte etwa jeder vierte Befragte bekundet, besonders häufig Jüngere und Besserverdienende. Damit erreiche dieser Wert einen neuen Höchststand und zwar den besten seit Jahren (2004: 18 Prozent). Den konkreten Entschluss, in den kommenden zwölf Monaten eine bAV-Produkt abzuschließen, erwägten aktuell zwölf Prozent der Befragten. „Jüngere und Besserverdienende setzen im Vorfeld eines Abschlusses besonders auf persönliche Ansprache durch den Arbeitgeber oder durch einen Außendienstmitarbeiter einer Gesellschaft. Schriftliche Ansprache schneidet spürbar schlechter ab“, ergänzt Studienleiter Christoph Müller.

bAV: Zahl der Desinteressierten scheint zu sinken
Die Zahl der nicht an bAV-Produkten Interessierten ist laut Studie 2011 erneut zurückgegangen: 2004 äußerten noch 58 Prozent, dass sie keinerlei Interesse an bAV-Produkten hätten. Inzwischen seien nur noch 45 Prozent dieser Ansicht. Parallel nähme die Abdeckung zu. Vor fünf Jahren hätte noch etwa jeder fünfte Befragte angegeben, bereits einen Vertrag zur bAV abgeschlossen zu haben. Inzwischen seien es 32 Prozent. Nachholbedarf bestünde vor allem bei den unter 30-Jährigen, die in punkto Abdeckung deutlich unterdurchschnittlich abschnitten.

Unter 30-Jährige über Angebote schlecht informiert
Ebenfalls zurückgegangen sei die Zahl der Arbeitgeber, die laut Angestellten keine bAV anböten. 2004 hätte die Mehrheit aller Befragten angegeben, das eigene Unternehmen böte diese nicht an. Zwischenzeitlich sei dieser Anteil auf 42 Prozent gesunken. Als unterdurchschnittlich informiert hätten sich die unter 30-jährigen Arbeitnehmer entpuppt: 23 Prozent aus dieser Gruppe wüssten nicht, ob der eigene Arbeitgeber bAV-Produkte anböte oder nicht.
Auch der generelle Informationsstand könnte besser sein: 48 Prozent aller Befragten fühlen sich durch den Arbeitgeber nicht gut informiert. Doch auch hier ließe sich im Jahresvergleich eine deutliche Verbesserung ablesen: Fünf Jahre zuvor hätte dieser Wert noch bei 66 Prozent.

Hintergrundinformation
Für die Studie wurden 2011 über 1.000 Arbeitnehmer online und 500 kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit bis zu 500 Mitarbeitern telefonisch zum Thema bAV befragt.

Quelle: YouGovPsychonomics AG


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Zusatzversicherungen und andere hoch geistige Rankings

„Chefarzt, Brille, Akkupunktur; Zusatzversicherungen auf dem Vormarsch“, so lautete der Titel zu einem Bericht der sich mit einer Bewertung von Finanztest zum Thema Kranken-Zusatzversicherungen befasst.

Ich will gar nicht auf die Qualität der Aussagen von Finanztest eingehen, der Anspruch des Testers ist sicher schon oft genug angesprochen worden. Trodzdem will ich es nicht unterlassen darauf aufmerksam zu machen das die angesprochenen zusätzlichen Policen sicher nicht zu den existenzbedrohenden Risiken gehören. Ob ich über meinen Zusatztarif 200.- € für einen Brille alle 2 Jahre erstattet bekomme, die ich vorher mit meinen eigenen Beiträge finanziert habe ist sicher nicht Kriegs entscheidend. Der Hinweis von Finanztest auf den fast doppelt so hohen Beitrag bei den „Privaten“ für die 4 köpfige Familie im Vergleich zu einer gesetzlichen Kasse + Zusatzbeiträge zeigt aber den Anspruch diese Hauses klar auf.

Unser Thema ist speziell die betriebliche Absicherungen von Mitarbeiter und im besonderen der Inhaber. So ist es auch an der Tagesordnung, dass wir mit diesem Personenkreis zu aller erst über die existenzbedrohensten Risiken sprechen. Neben dem Risiko Tod, ist hier sicher in aller erster Linie das Krankengeld zu diskutieren. Und wenn Finanztest als Vorteil anpreist „das der Beitrag für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen oberhalb der Beitragssbemessungsgrenze immer der gleiche bleibt, egal wie viel man verdient“ verschweigt Finanztest,  das so selbstverständlich auch die Leistungen begrenzt sind. Natürlich zahlt ein Versicherter auch bei einem Einkommen von 150.000.- € p.a. „nur“ den Höchstbeitrag der gesetzlichen Kassen. Im Gegenzug erhält er allerdings auch nur ein Krankengeld in Höhe von Brutto 2.598,90 €. Netto bleiben da 2.276,10 €. Einfach selbst mal nach rechnen.  Krankengeld-Rechner

Da dieses Thema ab der 6. Woche zum Problem wird, also quasi sofort, ist es umso erstaunlicher das die Themen Rente (hier mit 67) Berufsunfähigkeit (hier sicher erst nach Monaten) oder, wie bei Finanztest, erst gar nicht auf den Plan kommt sondern nur alte Parolen bedient werden und sich lieber mit den Themen „Brille, Akkupunktur und den Zähnen“ befasst wird.

Diesen Punkt einmal mit der Ehefrau/Ehemann dieser Zielgruppe diskutiert und aufgezeigt das im Krankheitsfall das Gehalt in 43. Tagen, um zum Teil 70% und mehr weg fällt. Dies führt sicher dazu, das der Punkt „Beitrag“  dann nur noch zweitrangig ist.

Schade, Chance vertan. Wer testet eigentlich die Tester.

Ach ja noch ein Test. Focus Money Ausgabe 43/2011 (die letzte) Testsieger die Hallesche Krankenversicherung soweit so gut. Das lachen habe ich mir aber nicht verkneifen können, als da die Central auf Platz 2 auftaucht. Tja da hat Focus Money sicher nicht ganz aktuell recherchiert. Sind die nicht gerade gezwungen aufgrund von Fehlkalkulationen sich von Ihren Vertriebspartner und Mitarbeiter zu trennen und stellen Tarifwerke ein und haben Beitrags-Anpassungen im 2 stelligen Prozentbereich bekannt gegeben.  Man muss sich in dem Test nur die Note für die Finanzstärke anschauen, dann weiß man auch wie das mit Griechenland passieren konnte ;-).

Beste Grüße

Alexander Leuthner

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Insolvenzsicherung normalisiert sich

Die Mitgliedsunternehmen des Pensions-Sicherungs-Verein (PSVaG) werden für dieses Jahr rund 560 (547) Millionen Euro Beitrag aufbringen müssen. Der Beitragssatz für 2011 wurde bei 1,9 Promille stabil gehalten und liegt damit deutlich unter dem Durchschnitt der letzten Jahre.

Die zur Jahresmitte festgestellte Entspannung bei der Insolvenzentwicklung habe sich wie im Vorjahr verstärkt fortgesetzt, berichtet der Pensions-Sicherungs-Verein. Dies resultiere insbesondere daraus, dass kein außerordentlicher Großschaden zu verzeichnen gewesen sei.

Deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt

Mit dem jetzt für das Jahr 2011 festgesetzten Beitragssatz, der auch deutlich unter dem durchschnittlichen Beitragssatz von 3,1 Promille liegt, spiegelt sich die Normalität in der deutschen Wirtschaft beim PSVaG wieder, so der gesetzliche Träger der Insolvenzsicherung der betrieblichen Altersversorgung weiter.

2010 hatte der durchschnittliche Beitragssatz für die bis dahin 36 Geschäftsjahre des Vereins 3,2 Promille betragen, wobei sich der gewichtete durchschnittliche Beitragssatz über die letzten fünf Jahre auf 4,9 Promille belief. Wegen der Insolvenz des Warenhauskonzerns Arcandor 2009 waren diese letzten Jahre besonders teuer geworden.

Fast 300 Milliarden Euro Rückstellungen

Der PSVaG legt die endgültige Höhe des Beitragssatzes jedes Jahres stets erst im November fest. Es handelt sich dabei um ein Umlageverfahren zur Ausfinanzierung der entsprechenden Leistungen, die sich aus den Insolvenzen ergeben. Der Beitragssatz wird bezogen auf die von den Arbeitgebern bis 30. September gemeldete Beitragsbemessungs-Grundlage.

Dabei handelt es sich im Wesentlichen um die abgesicherten Rückstellungen für Betriebsrenten in den Bilanzen der Mitgliedsunternehmen, die sich auf rund 295 Milliarden Euro addierten.

Der PSVaG zählt eigenem Bekunden nach rund 91.000 Unternehmen zu seinen Mitgliedern. Die Mitgliedschaft ergibt sich aus den Vorschriften des Betriebsrentengesetzes.

Quelle: VM Monika Lier
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Mercer: Deutsches Rentensystem schneidet sehr schlecht ab

Eine neue Studie des Pensionsberaters Mercer kommt zu einem alarmierenden Ergebnis: Das deutsche Rentensystem ist eines der schlechtesten im internationalen Vergleich

Bei einer Analyse der Altersversorgung in 16 verschiedenen Ländern landet Deutschland auf Platz 13. Nur Japan, Indien und China sind schlechter. Für die Analyse bewertete Mercer zusammen mit dem Australian Centre for Financial Services die staatliche und betriebliche Altersversorgung (bAV) auf ihre Angemessenheit, Nachhaltigkeit und Integrität.
Ausschlaggebend für das schlechte deutsche Abschneiden sind laut Mercer die Defizite bei Nachhaltigkeit und Integrität der bAV. Beispiele hierfür seien der geringe Verbreitungsgrad, das Fehlen von Pflichtbeiträgen und die eher schwache gesetzliche Aufsicht über die Versorgungswerke. Nur beim Kriterium Angemessenheit glänzt Deutschland mit guter Bewertung. Peter Doetsch, Geschäftsführer von Mercer in Deutschland, führt das auf einen guten Versorgungsgrad bei den Durchschnittsverdienern zurück.

Das Land mit der besten Altersversorgung ist laut Studie die Niederlande, gefolgt von Australien, der Schweiz, Schweden und Kanada. Typisch für diese Länder sind ein hoher Verbreitungsgrad der bAV oder Unterstützungsfonds für die staatliche Rente. In Deutschland ist die staatliche Rente noch komplett umlagefinanziert.

Doetsch räumt daher ein, dass der Vergleich zwischen Deutschland und anderen Ländern in der Studie etwas hinkt. „Die internationalen Rentensysteme lassen sich aufgrund ihrer Besonderheiten nicht eins zu eins vergleichen. Das deutsche System mit einer gesetzlichen Rentenversicherung ohne Kapitaldeckung sowie der Möglichkeit zu einer vollständig internen Finanzierung der bAV entspricht nicht dem internationalen Main Stream“, so Doetsch.

Dennoch zeige die Studie, dass für das deutsche System weitere Reformen nötig seien, so Doetsch weiter. Dazu zählten eine Anhebung der Mindestrenten für Niedriglohn-Rentner, die Erhöhung der Erwerbsquote älterer Arbeitnehmer und mehr Kapitaldeckung von gesetzlichen und betrieblichen Renten.

Autor: Jan Wagner

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Konzerne versichern:Die Firma gibt, was die Krankenkasse nicht zahlt

Betriebliche Zusatzpolicen bieten Unternehmen Chancen im Wettbewerb um gute Mitarbeiter. Anbieter entwickeln dafür spezielle Tarife. Bisher sind aber erst wenige private Krankenversicherer in dem Segment aktiv. 

Arbeitgeber, die auf Anreize wie einen Firmenwagen setzen, müssen umdenken: Für viele Angestellte und Arbeiter ist es attraktiver, wenn ihnen das Unternehmen ermöglicht, beim Arzt wie ein Privatpatient behandelt zu werden. 59 Prozent der Arbeitnehmer, die gesetzlich versichert sind, finden eine vom Arbeitgeber finanzierte Zusatzpolice wichtig, nur 30 Prozent einen Dienstwagen. Das zeigt eine Umfrage im Auftrag der AXA. Während die betriebliche Altersversorgung gerade durch die politische Förderung eine feste Größe geworden ist, fristet die betriebliche Krankenversicherung noch ein Schattendasein. Nur eine Minderheit der Unternehmen bietet Mitarbeitern eine Aufstockung der Krankenversicherung an.
„Es gibt derzeit noch eine sichtbare Diskrepanz zwischen der Aufgeschlossenheit für das Thema und der Umsetzung“, weiß Matthias Becker, Partner und Krankenversicherungsexperte beim Berater Boston Consulting Group (BCG). Bei vielen DAX-Konzernen sei das Thema etabliert, während von den großen mittelständischen Firmen lediglich 15 bis 20 Prozent betriebliche Krankenversicherung anböten. „Aber weit mehr als 50 Prozent der Personalleiter halten das Thema für strategisch relevant.“
Krankenzusatzpolicen vom Arbeitgeber haben Konjunktur:
Die Nachfrage habe in den vergangenen Jahren merklich angezogen. Die Unternehmen suchen neue Möglichkeiten, im Wettbewerb um gute Fachkräfte zu punkten. „Bei den Sonderleistungen ist die Krankenversicherung ein attraktiver Baustein.“ Bislang sind erst wenige private Krankenversicherer (PKV) in dem Segment unterwegs, darunter Arag, Axa, DKV, Gothaer, Hallesche, R+V und Süddeutsche Kranken – sowie seit dem 1. Juli auch die Allianz. Sie bietet Firmen spezielle Policen an – zunächst im Pilotvertrieb. „Wir arbeiten dabei mit ausgewählten Agenturen und Maklern zusammen“, sagt ein Sprecher. Der Versicherer ist Marktführer in der betrieblichen Altersversorgung und will nicht länger der Konkurrenz das zweite große Feld der Vorsorge überlassen. „Bei den Personalverantwortlichen wächst das Bewusstsein für die Chancen der betrieblichen Krankenversicherung“, weiß Michael Kurtenbach, Vorstandschef der Gothaer Kranken. Die Tatsache, dass der Kölner Versicherer in den vergangenen Jahren in der Zusatzversicherung deutlich stärker als der Markt gewachsen ist, führt Kurtenbach auch auf das Belegschaftsgeschäft zurück. „Es hat sich für uns zu einem richtigen Wachstumsfeld entwickelt.“
Die Gothaer hat fürs Belegschaftsgeschäft spezielle Produkte entwickelt. Der Unterschied zu Individualpolicen: Wegfall der Wartezeiten, erleichterte Gesundheitsprüfung, geringere Beiträge. „Wir gehen davon aus, dass wir im Belegschaftsgeschäft eine gute Risikomischung haben“, sagt Kurtenbach. Außerdem sind die Tarife anders als sonst in der PKV ohne Alterungsrückstellungen kalkuliert. Die Prämien werden entweder vom Unternehmen bezahlt, vom Mitarbeiter oder von beiden zusammen. „Ein interessanter Ansatz ist auch, wenn der Arbeitgeber die Police im ersten Jahr finanziert und der Mitarbeiter dann entscheidet, ob er sie fortführt.“ Das fördere eine schnelle und hohe Durchdringung in der Belegschaft. In einem Pilotprojekt bei einem Kunden habe kaum jemand die Police nach dem Jahr gekündigt, sagt Kurtenbach.
Uwe Jüttner, Krankenversicherungsexperte beim Makler AON, favorisiert die arbeitgeberfinanzierte Variante. Bei solchen Rahmenverträgen verzichteten die Versicherer auf die sonst übliche Gesundheitsprüfung. „Das ist ein erheblicher Vorteil.“ Ihn bieten manche Krankenversicherer nach eigenen Angaben auch beim Abschluss über die Mitarbeiter – wenn genügend mitmachen.
Um der betrieblichen Krankenversicherung zu einem Schub zu verhelfen, seien klare Regeln für die Besteuerung notwendig, betont Jüttner. Der Gesetzgeber sollte wie bei der betrieblichen Altersversorgung steuerliche Anreize setzen. „Wir brauchen die Pauschalbesteuerung“, sagt er.
Die Axa ist seit Anfang 2010 in dem Segment aktiv. „Als bedeutender Industrie- und Gewerbeversicherer müssen wir den Firmen auch in der Krankenversicherung etwas anbieten können“, sagte Michael Haas, Leiter betriebliche Krankenversorgung. „Auf diesem Feld können Arbeitgeber effektiv etwas für ihre Mitarbeiter tun.“ Axa setzt einen Schwerpunkt bei der arbeitgeberfinanzierten Variante. Gerade die Ungewissheit vieler Menschen über die Entwicklung der gesetzlichen Krankenversicherung und ihres künftigen Leistungsumfangs erhöhe das Interesse an Zusatzversicherungen, sagt Haas. „Es handelt sich noch um ein junges Geschäft, aber ich sehe gute Wachstumschancen.“
Die Kölner Messegesellschaft bietet ihren Mitarbeitern schon länger Zusatzversicherungen für Zahnersatz und Chefarztbehandlung sowie Zwei-Bett-Zimmer im Krankenhaus an. „Man braucht Benefits, mit denen man sich von anderen Arbeitgebern abheben kann“, sagt Martin Wollziefer, Personalleiter der Kölnmesse. Das Unternehmen trägt die vollen Kosten für die Policen. „80 Prozent der gesetzlich versicherten Mitarbeiter haben das Angebot angenommen“, sagt Wollziefer.
Für die Belegschaft sei das Angebot inzwischen eine Selbstverständlichkeit. „Es würde Ärger geben, wenn wir es nicht mehr machen würden.“ Die Bindewirkung einer solchen Zusatzpolice sollte zwar nicht überschätzt werden, sagt der Personalchef. „Ich bin aber der Meinung, dass die Gesundheitsversorgung zu den Themen gehört, um die sich ein Arbeitgeber kümmern sollte.“
Berater Becker von BCG glaubt an den Siegeszug des Belegschaftsgeschäfts. Bei der zu erwartenden Umorganisation der Krankenversicherung sei eine mittelfristig wahrscheinliche Variante eine Grundversorgung mit stark reduzierten Leistungen. Sie müssten durch Zusatzversicherungen ergänzt werden. „In allen Märkten, in denen ein Wechsel stattgefunden hat und das gesetzliche System den Deckungsumfang reduziert hat, hat sich der Privatmarkt in Richtung Firmengeschäft verlagert“, sagt Becker. Bestes Beispiel seien die Niederlande. Seit der Umstrukturierung Anfang 2006 haben die Individualpolicen dort im steigenden Zusatzgeschäft an Bedeutung verloren, berichtet er. „Heute ist fast die Hälfte der Policen an den Arbeitgeber gebunden.“
  • Aus der FTD vom 20.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,

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Sehr bemerkenswerte Aussage vom Erfinder der Basisrenten!

Bernd Rürup: Betriebliche Altersversorgung vor einer Renaissance

Als einer der Hauptreferenten beim AssCompact Wissen Forum bAV 2011 sprach Professor Dr. Dr. h.c. Bert Rürup, ehemaliger Wirtschaftsweiser und Mitglied des Vorstands der MaschmeyerRürup AG, vor den über 700 angereisten Fachbesuchern über eine bevorstehende Renaissance der bAV: Die globale Finanzkrise des Jahres 2007/08, die nachfolgenden tiefen Rezessionen in den meisten Industrieländern, die Staatsschuldenkrisen diesseits und jenseits des Atlantiks und das jüngste Schreckgespenst erneuter Rezessionen in Volkswirtschaften rund um den Globus haben bei nicht Wenigen Zweifel an einer Reihe ökonomischer Gewissheiten aufkommen lassen – so etwa an der herrschenden neoklassischen Wirtschaftstheorie, der Effizienz von Kapitalmärkten oder dem Sinn der Globalisierung. Es überrascht daher nicht wirklich, dass zehn Jahre nach der großen Rentenreform des Jahres 2001 die Sinnhaftigkeit des doppelten rentenpolitischen Paradigmenwechsels in Frage gestellt wird. Durch die Reformen 2001 und 2004 wurde ein bereits 1997/98 von Norbert Blüm eingeleiteter Regimewechsel in der Rentenpolitik abgeschlossen. Norbert Blüm war der erste Sozialminister, der Beitragssatzobergrenzen –

nämlich 24% bis 2030 – in einem Rentenreformgesetz 1998 festschreiben ließ. Dieser von Walter Riester weiter voran getriebene Wechsel der rentenpolitischen Strategie bestand in einem gleitenden Umbau der gesetzlichen Rentenversicherung von einem „Defined Benefit-System“, bei dem kein festes Rentenniveau vorgegeben ist, sondern nur noch ein Mindestsicherungsniveau. Dieses Mindestsicherungsniveau liegt derzeit bei 46% bis 2020

und bei 43% bis 2030, und die Beitragssatzobergrenzen liegen bei 20% bis 2020 und 22% bei 2030. Mit diesem Umstieg von einer der Ausgabenentwicklung folgenden Einnahmepolitik zu einer an einem vorgegebenen Einnahmepfad orientierten Ausgabenpolitik wird die gesetzliche Rentenversicherung in der längeren Frist zu einer

Basisversorgung. Der historische Verdienst Walter Riesters war nicht, die Sparpolitik seines Vorgängers fortgesetzt zu haben, sondern bestand darin, die Möglichkeit eröffnet zu haben, die im Interesse einer Dämpfung der Beitragsdynamik unvermeidlichen Leistungsrücknahmen durch generös subventionierte private und/oder betriebliche Renten kompensieren zu können. Dieser Rückbau des Umlagesystems und der Ausbau

kapitalgedeckter Systeme sei – so das Argument der Kritiker – im Lichte der jüngsten Krisen an den Finanzmärkten eine revisionsbedürftige Fehlentwicklung. Fakt ist und bleibt aber, dass sich in den letzten 40 Jahren – Finanzkrise hin, Finanzkrise her – nicht nur in Deutschland, sondern auch in einer ganzen Reihe anderer Länder die demografischen und ökonomischen Rahmenbedingungen irreversibel geändert haben.

Hohe Effizienz der bAV

Deutschland setzte mit dem Altersvermögensgesetz aus dem Jahr 2001 beim Ausbau der ergänzenden kapitalgedeckten Altersvorsorge in erster Linie auf die private Vorsorge, die Riester-Rente, und weniger auf die betriebliche Altersversorgung (bAV). Dies ist insoweit überraschend, da die Effizienz der betrieblichen und damit kollektiven Versorgung in der Tendenz höher ist als die der individuellen privaten Vorsorge. Überraschend ist dies

aber auch deshalb, da die bAV in Deutschland wie in kaum einem anderen früh industrialisierten Land auf eine lange Tradition zurückblicken kann. Denn die Anfänge der betrieblichen Altersversorgung bei uns können in den Beginn des 19. Jahrhunderts datiert werden. Die 1960er und die frühen 1970er Jahre, in denen das Vollbeschäftigungsziel der Bundesregierung bei einer Arbeitslosenquote von unter 1% lag, die Arbeitgeber Prämien für Auszubildende – damals „Lehrlinge“ – zahlten und man sich in der Wissenschaft Gedanken über die Probleme der Überbeschäftigung machte, gelten als die „goldenen Jahre“ der bAV in Deutschland. Heute, 50 Jahre später, gibt es gute Argumente dafür, dass die bAV

vor einer neuen Periode „goldener Jahre“ steht. Die seit einiger Zeit geführte Debatte um einen – bislang eher vermeintlichen denn tatsächlichen – Fachkräftemangel ist ein Prädiktor dafür. Die demografische Entwicklung, die in der langen Frist trotz der Rente mit 67 wachstumsdämpfend wirkt, macht sich zur Zeit positiv auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar und es erlaubt, das Wort „Vollbeschäftigung“, d.h. eine bundesdurchschnittliche

Arbeitslosenquote von unter 4% in den Mund zu nehmen. Denn nach aktuellen Berechnungen des IAB ist bis 2020 mit einem Rückgang des Erwerbspersonenpotenzials von 1,8 Millionen und allein in den folgenden fünf Jahren bis 2025 mit weiteren 1,8 Millionen zu rechnen…

Quelle: AC

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Demografischer Wandel: Betriebliche Altersversorgung wichtiger

06.09.2011 – Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gewinnt durch den demografischen Wandel für Unternehmen deutlich an Bedeutung. Das ist das Ergebnis einer Studie von Towers-Watson, die gestern in Frankfurt vorgestellt wurde. Dabei geht es vor allem um Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Unternehmen, die sich frühzeitig auf den demografischen Wandel einstellen, können die bAV in zweifacher Hinsicht nutzen.

„Einerseits kann sie einen frühen Ausstieg aus dem Erwerbsleben finanziell unterstützen, wenn Mitarbeiter ihre Tätigkeit, beispielsweise aufgrund einer großen körperlichen Belastung, nicht bis zum Rentenalter ausüben können. Andererseits kann sie auch so gestaltet werden, dass sie beispielsweise Wissensträger motiviert, auch über das Ruhestandsalter hinaus zu arbeiten“, erläuterte Thomas Jasper, Leiter Retirement Solutions bei Towers Watson und Autor der Studie.

Bereits in einer früheren Studie hatten 90 Prozent der Personalmanager die Bedeutung der bAV für die Personalplanung betont. Nur in 41 Prozent der Unternehmen ist die proaktive Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel in der Geschäftsleitung verankert, rügten die Autoren der Studie.

Wandel trifft Deutschland früh
Dabei tritt nach Einschätzung der Analysten der demografische Wandel in Deutschland früher ein, als in anderen Ländern. So sind heute rund 20,5 Prozent alle Einwohner in Deutschland über 65 Jahre. Im Jahre 2050 werden es schon rund 32,5 Prozent sein, so die Prognose. Im gleichen Zeitraum steigt der Anteil in Europa von 16,3 auf 27,40 Prozent und in den USA von 13 auf 21,6 Prozent. Allein in Japan gibt es mit 37,8 Prozent über 65-jährige noch mehr Alte als in Deutschland. Dramatisch werden auch die Beschäftigtenzahlen zurückgehen. Stehen heute noch 44,3 Millionen Menschen in Lohn und Brot, werden es 2050 nur noch 27,6 Millionen sein. Eine Zuwanderung ist daher unerlässlich. Wandern jährlich 300.000 zu, liegt die Zahl der Erwerbstätigen im Jahre 2050 immerhin noch bei 39,4 Millionen Menschen.

Quelle:

VM, Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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Die Vernachlässigung der bAV

Nur wenige Arbeitnehmer nutzen ihren Anspruch auf eine private Zusatzrente. Gründe: fehlendes Angebot trotz gesetzlichen Anspruchs, Informationsmangel und Überschätzung der eigenen Bezüge im Alter.

Nur 38 Prozent der Deutschen haben eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. Zum Vergleich: 68 Prozent setzen auf eine private Absicherung im Alter. Etwa jeder Dritte (32 Prozent) erklärt allerdings auch, dass sein Arbeitgeber, trotz gesetzlicher Vorschrift, keine betriebliche Altersvorsorge anbietet. Jeder Zehnte hat sich bewusst gegen einen Abschluss entschieden. So lautet das Ergebnis einer Studie der Fondsgesellschaft Fidelity International. Sie wurde vom Psephos Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag von Fidelity International durchgeführt.

Der Bericht offenbarte außerdem mangelnde Kenntnisse der Deutschen hinsichtlich der Höhe ihrer gesamten Altersbezüge. Die Folge ist eine unzureichende Absicherung des Alters. So tappen 71 Prozent der Befragten hinsichtlich ihrer Altersbezüge im Dunkeln, während etwa vier von fünf Deutschen zu starker Überschätzung des gesetzlichen Rentenanspruchs neigen. Mehr als 40 Prozent erwarten 80 bis 100 Prozent ihres Nettolohns. Nach Fidelity-Berechnungen liegen die Einkünfte im Alter jedoch im Schnitt bei lediglich 56 Prozent des letzten Einkommens vor dem Ruhestand.

Christian Wrede, dem Sprecher der Geschäftsführung von Fidelity International in Deutschland scheint dieser Zustand besorgniserregend: „Die Vernachlässigung der betrieblichen Altersvorsorge muss ein Ende haben“, mahnt er. In Deutschland stammen 4 Prozent der gesamten Bezüge für das Alter aus der betrieblichen Altersvorsorge. Wrede plädiert für eine deutliche Stärkung dieses Anteils: „Wenn wir verhindern wollen, dass die Deutschen ihren Lebensstandard im Alter dramatisch zurückschrauben müssen, sind hierzulande Werte von 25 bis 30 Prozent unumgänglich.“ Da die staatliche Rente nach Angaben der Studie rückläufig ist, drohe ohne Stärkung der privaten und betrieblichen Vorsorge eine Rentenlücke.

Besserungsbedarf sieht die Untersuchung vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse vor allem auf dem Gebiet der Kommunikation und Information. „Transparenz und damit Aufklärung kann dazu beitragen, dass die mangelnde Vorsorge fürs Alter nicht zur Imlosion unseres Sozialsystems führt“, fasst Christian Wrede zusammen. Parallel werden allerdings ebenso Flexibilität bei Arbeitsplatzwechsel sowie eine Erhöhung der Renditechancen angemahnt. Hintergrund: Jeder Vierte schreckt wegen zu geringer Flexibilität vor dem Abschluss der bAVzurück und mehr als die Hälfte der Deutschen finden vor allem die Balance von Ertrag und Sicherheit bei der Entscheidung für ihre Altersvorsorge wichtig.

 

von: Dorothea von Gottberg

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