Tag Archives: gesetzliche Rentenversicherung

Sieben Fehler in Anstellungsverträgen von Geschäftsführern

Welcher dieser sieben unangenehmen Fehler lauert in Ihrem Geschäftsführer-Vertrag?

Es sind immer die gleichen Punkte in den Geschäftsführerverträgen, die später zu Ärger führen können, und zwar folgende:

Fehler Nr. 1: Fehlende Eindeutigkeit. Zum Beispiel bei der Vergütung:

Aus Ihren Verträgen muss sich durch einfache Berechnungen und ohne Ermessensspielraum ergeben, ob und in welcher Höhe Ihnen eine Vergütung zusteht. Vor allem die Vereinbarung zur Lohnfortzahlung bei Krankheit gibt immer wieder Anlass zu erheblichen Streitigkeiten  (wie lange wird diese gezahlt bzw. ab wann beginnt diese, wie hoch ist diese, ist diese abgestimmt auf die Leistungen aus der gesetzlichen bzw. privaten Krankenkasse). Auch die Leistungen im Todesfall sollten eindeutig geregelt sein. Zum Beispiel: Wie lange wird das Gehalt noch weiter gezahlt, wie Hoch ist in diesem Fall noch der Tantiemen Anspruch usw.

Fehler Nr. 2:

Unklarheit über Termin der Vereinbarung. Oft wird versucht, durch nachträgliche Änderungen eine Verbesserung zugunsten der GmbH herbeizuführen. Eventualitäten regeln Sie gleich im Erstvertrag.

Fehler Nr. 3:

Fehlende Regelungen. Beispielsweise über die Aufgabenteilung bei verschiedenen Geschäftsführern. Besser: vorher regeln! Sonst haften Sie für die Taten anderer!

Fehler Nr. 4:

Ungültigkeit von Verträgen oder Vereinbarungen – beispielsweise in Ihrem Arbeitsvertrag. Was regelt die GmbH-Satzung? Das kann im Widerspruch zur aktuellen Rechtsprechung stehen.

Fehler Nr. 5:

Nicht erkennbare Ernsthaftigkeit. Finanzamt und Gerichte setzen enge Grenzen bei der Vertragsgestaltung. So manche Vereinbarung führte schon dazu, dass von Gerichten oder Finanzbehörden die Ernsthaftigkeit der GmbH insgesamt infrage gestellt wurde!

Fehler Nr. 6:

Haftungsausschlüsse, die keine sind. Manche GmbH-Geschäftsführer versuchen, in ihren Verträgen Haftungsausschlüsse zu regeln, um sich selbst besser zu schützen. Doch welche können Sie wirklich regeln? Denn nicht jede Haftung lässt sich delegieren!

Fehler Nr. 7:

Fehlende Üblichkeit – einer der häufigsten Fehler. Getroffene Vereinbarungen sind so untypisch, dass sie zweifelsohne nicht mit einem fremden Geschäftsführer getroffen worden wären. Das Finanzamt lehnt ab.

Aber: Es gibt einen Ausweg! Unser Muster-Dienstvertrag dient Ihnen im Gespräch mit Ihrem Rechtsanwalt zur Analysierung Ihrer Situation und diskussion welche Regelungen getroffene werden sollten bzw. müssten. Noch ein kleiner Hinweis, auch wenn Sie sicher einen kompetenten Steuerberater haben, Arbeitsverträge sind „rechtliche Angelegenheiten“ die nur ein Rechtsanwalt abarbeiten darf.

Herzlichst Grüßt

Alexander Leuthner

 

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Wie man mit Betriebsrenten Altersarmut verhindern kann

Die Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Dr. Ursula von der Leyen (CDU), hat im Rahmen des Regierungsdialogs Rente das Konzept der Zuschuss-Rente präsentiert, wobei eine Vorbedingung den Abschluss eines eigenen Altersversorgungsvertrags vorsieht. Hier will die Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersversorgung e.V. (ABA) ansetzen, um die betriebliche Altersversorgung (bAV) stärker ins Spiel zu bringen. Die ABA legte der Ministerin eigene Eckpunkte zur Eindämmung von Altersarmut durch Nutzung des Potenzials der bAV vor.

Der ABA-Vorstandsvorsitzende Heribert Karch erklärte, man dürfe nicht dem Irrtum aufsitzen, Altersarmut sei lediglich ein Thema, das vor allem weiblich sei, geprägt von niedrigen Verdiensten oder mehrfach unterbrochener Erwerbsbiografie. „Altersarmut ist auch ein Branchenthema“, schrieb Karch in einem Beitrag für die Verbandszeitschrift Betriebliche Altersversorgung.

Deshalb hat die ABA in einem Eckpunktepapier Ministerin von der Leyen eine Reihe von Vorschlägen unterbreitet, wie der bAV eine größere Bedeutung bei der Vermeidung von Altersarmut zukommen könnte. Unter anderem wird angeführt, dass die bAV im Gegensatz zum Riester-Sparen „das kapitalgedeckte System mit der höchsten Effizienz durch niedrige Kosten und damit lukrativsten Renten“ sowie der geringsten Fehleranfälligkeit sei.

Betriebsrenten nicht gegen Grundsicherung anrechnen

Zudem sollten die „demotivierenden“ Anrechnungsregelungen der Grundsicherung im Rahmen der neuen Zuschuss-Rente (VersicherungsJournal 12.9.2011) überprüft werden. Wer trotz niedrigen Einkommens zusätzliche Altersvorsorge betrieben habe, sollte später auch ungeschmälert in den Genuss seiner Betriebsrente kommen. Auch Leistungen des Arbeitgebers oder tarifvertraglich vereinbarte Leistungen zur bAV sollten bezüglich der Grundsicherung als Schonvermögen behandelt werden, heißt es in dem Eckpunktepapier.

Generell sollte die Zuschuss-Rente so konzipiert werden, dass diese ein Sicherheitsnetz darstellt, das umso erfolgreicher ist, je weniger sie in Anspruch genommen werden muss. Die deutlich über der Grundsicherung liegende Zuschuss-Rente soll mit 850 Euro im Monat starten und an den allgemeinen Rentenerhöhungen teilnehmen.

Solvency II darf nicht zu Effizienzverlusten bei der bAV führen

Sorge bereitet der ABA die auf europäische Ebene ab 2013 geplante Einführung von Solvency II. Die derzeit in Brüssel diskutierten Eigenkapital-Anforderungen für Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung würden dazu führen, dass Betriebsrenten-Systeme enorm an Effizienz verlören, ohne mehr Sicherheit für die Arbeitnehmer zu schaffen.

Nach Ansicht der ABA sollte unter Beteiligung von Regierung und Sozialpartnern eine ständige Arbeitsgruppe gebildet werden, die einen Maßnahmenkatalog zur deutlich stärkeren Verbreitung der bAV erstellt. Hier könnte es um leichter handhabbare Rahmenbedingungen insbesondere im Arbeits-, Steuer-, Sozial- und Aufsichtsrecht gehen.

Die ABA begrüßt die Berücksichtigung der bAV als Voraussetzung für die Zusatz-Rente. Zum Start der Zuschuss-Rente soll nach den Plänen der Ministerin eine mindestens fünfjährige private Altersvorsorge nachgewiesen werden müssen. ABA möchte hier, dass die Möglichkeit eröffnet wird, Finanzierungslücken in der bAV durch eine nachträgliche Dotierung noch schließen zu können.

Quelle: VM Manfred Brüss
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Betriebliche Altersvorsorge contra Demografie

Einer aktuellen Studie des Beratungsunternehmens Towers Watson zufolge erwarten die Personalverantwortlichen größerer Unternehmen erhebliche Schwierigkeiten, generell Nachwuchs und speziell Talente zu gewinnen und dauerhaft ans Unternehmen zu binden. Die betriebliche Altersversorgung (bAV) ist ein wichtiges Instrument, dessen Bedeutung mittelfristig steigen wird.

Das Beratungsunternehmen Towers Watson hat Personal- oder „Demografieverantwortliche“ von 35 Unternehmen aus verschiedenen Branchen und Größen befragt, darunter auch 26 Prozent Finanzdienstleister (Versicherungen und Banken). Im Durchschnitt werden 20.000 Mitarbeiter in Deutschland beschäftigt.

Bald fehlen die Arbeitskräfte

Die Diagnose ist, dass das Potenzial an Erwerbstätigen in Deutschland aufgrund der demografischen Entwicklung besonders schnell sinken wird. Nur die Japaner altern unter den großen Industrienationen noch schneller als wir, aber knapp ein Drittel Über 65-Jährige im Jahr 2050 sind keine beruhigende Aussicht für Personalverantwortliche.

Denn je nach Prognose wird die Zahl der Erwerbstätigen von heute rund 44 Millionen Personen bis 2050 auf 28 bis 39 Millionen sinken, letzteres unter der unrealistischen Annahme einer starken Zuwanderung nach Deutschland.

Mittel gegen Demografie bestehen

Den Personalmanagern sind diese Zusammenhänge offenbar durchaus geläufig. Alle Befragten sehen jetzt schon das Problem, generell Nachwuchs-Mitarbeiter und speziell Talente darunter zu finden. Vier von fünf sehen ein Problem in der zunehmenden Überalterung der Belegschaft, zwei Drittel erwarten eine sinkende Leistungsfähigkeit. Knapp über die Hälfte erwartet ein steigendes Gehaltsniveau.

Auch glauben sechs von zehn Personalmanagern, dass man der Demografie ein Schnippchen schlagen kann, wenn man geeignete Maßnahmen ergreift.

Eine Mehrheit handelt noch nicht

Von der Erkenntnis zur Handlung ist es in diesem Fall allerdings noch ein weiter Weg. Erst 21 Prozent der Befragten geben ab, entsprechende Maßnahmen bereits ergriffen zu haben, weitere neun Prozent planen solche. Der Rest begnügt sich bisher damit, Informationen zur demografischen Herausforderung zu sammeln und entsprechende Risiken zu analysieren.

Gründe dafür werden in der generell schwierigen Messbarkeit langfristiger Maßnahmen und der dadurch bedingten schwierigen Durchsetzbarkeit gesehen. Auch vermisst die Hälfte der Personalverantwortlichen einen entsprechenden Rückhalt durch ihre Unternehmensleitung.

Gesundheit und Altersvorsorge Kernthemen

Vier von fünf Unternehmen sehen künftig Risiken und entsprechenden Handlungsbedarf im Bereich der Gesundheitsvorsorge. Sieben von zehn sehen dasselbe bei der Work Life Balance, also der Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit. Mit 69 Prozent etwa eben so viele erwarten Risiken und die Notwendigkeit zur Handlung im Bereich der betrieblichen Altersversorgung.

Der Handlungsbedarf in der bAV wird von knapp der Hälfte der Befragten erst mittelfristig mit einem Horizont von zwei bis fünf Jahren gesehen, von 20 Prozent langfristig, neun Prozent kurzfristig.Zwei Drittel glauben, dass traditionelle Lösungen in der Gesundheitsvorsorge überdacht werden müssen. 53 Prozent sehen die gleiche Notwendigkeit in der bAV.

bAV wird immer wichtiger

Towers Watson-Berater Jürgen Helfen weist darauf hin, dass die bAV schon heute einen außerordentlich hohen Stellenwert in den Unternehmen genießt, der noch wachsen wird. „Künftig wird die bAV in Kombination mit Lebensarbeitszeitkonten und Altersteilzeit- oder Teilrentenmodellen noch viel stärker genutzt werden, um die rentennahen Arbeitsphasen sowie einen flexiblen Übergang in den Ruhestand zu gestalten.“

Dabei gehe es keineswegs nur darum, Mitarbeitern einen frühzeitigen, finanziell abgefederten Ausstieg aus dem Unternehmen zu verschaffen. Vielmehr werde es künftig auch wichtig werden, kompetente Mitarbeiter länger im Unternehmen zu halten, auch über das Ruhestandsalter hinaus. Deshalb sei es besonders wichtig, dass die Unternehmen sehr flexible bAV-Lösungen vorhalten, die unterschiedlichen Zielsetzungen gerecht werden.

Prof. Dr. Matthias Beenken
Quelle: VM 07.09.2011
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Die Vernachlässigung der bAV

Nur wenige Arbeitnehmer nutzen ihren Anspruch auf eine private Zusatzrente. Gründe: fehlendes Angebot trotz gesetzlichen Anspruchs, Informationsmangel und Überschätzung der eigenen Bezüge im Alter.

Nur 38 Prozent der Deutschen haben eine betriebliche Altersvorsorge abgeschlossen. Zum Vergleich: 68 Prozent setzen auf eine private Absicherung im Alter. Etwa jeder Dritte (32 Prozent) erklärt allerdings auch, dass sein Arbeitgeber, trotz gesetzlicher Vorschrift, keine betriebliche Altersvorsorge anbietet. Jeder Zehnte hat sich bewusst gegen einen Abschluss entschieden. So lautet das Ergebnis einer Studie der Fondsgesellschaft Fidelity International. Sie wurde vom Psephos Institut für Markt-, Politik- und Sozialforschung GmbH im Auftrag von Fidelity International durchgeführt.

Der Bericht offenbarte außerdem mangelnde Kenntnisse der Deutschen hinsichtlich der Höhe ihrer gesamten Altersbezüge. Die Folge ist eine unzureichende Absicherung des Alters. So tappen 71 Prozent der Befragten hinsichtlich ihrer Altersbezüge im Dunkeln, während etwa vier von fünf Deutschen zu starker Überschätzung des gesetzlichen Rentenanspruchs neigen. Mehr als 40 Prozent erwarten 80 bis 100 Prozent ihres Nettolohns. Nach Fidelity-Berechnungen liegen die Einkünfte im Alter jedoch im Schnitt bei lediglich 56 Prozent des letzten Einkommens vor dem Ruhestand.

Christian Wrede, dem Sprecher der Geschäftsführung von Fidelity International in Deutschland scheint dieser Zustand besorgniserregend: „Die Vernachlässigung der betrieblichen Altersvorsorge muss ein Ende haben“, mahnt er. In Deutschland stammen 4 Prozent der gesamten Bezüge für das Alter aus der betrieblichen Altersvorsorge. Wrede plädiert für eine deutliche Stärkung dieses Anteils: „Wenn wir verhindern wollen, dass die Deutschen ihren Lebensstandard im Alter dramatisch zurückschrauben müssen, sind hierzulande Werte von 25 bis 30 Prozent unumgänglich.“ Da die staatliche Rente nach Angaben der Studie rückläufig ist, drohe ohne Stärkung der privaten und betrieblichen Vorsorge eine Rentenlücke.

Besserungsbedarf sieht die Untersuchung vor dem Hintergrund dieser Ergebnisse vor allem auf dem Gebiet der Kommunikation und Information. „Transparenz und damit Aufklärung kann dazu beitragen, dass die mangelnde Vorsorge fürs Alter nicht zur Imlosion unseres Sozialsystems führt“, fasst Christian Wrede zusammen. Parallel werden allerdings ebenso Flexibilität bei Arbeitsplatzwechsel sowie eine Erhöhung der Renditechancen angemahnt. Hintergrund: Jeder Vierte schreckt wegen zu geringer Flexibilität vor dem Abschluss der bAVzurück und mehr als die Hälfte der Deutschen finden vor allem die Balance von Ertrag und Sicherheit bei der Entscheidung für ihre Altersvorsorge wichtig.

 

von: Dorothea von Gottberg

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Vermögenswirksame Leistungen

Geschenke vom Chef

Beim Sparen könnten sich viele von ihrem Chef helfen lassen – das Stichwort lautet: vermögenswirksame Leistungen. Doch nur jeder Sechste beansprucht die Dreingabe zum Gehalt tatsächlich. Dabei bekommt man sie einfacher, als der verstaubte Name vermuten lässt.
Viele Deutsche verschmähen Geschenke ihres Arbeitgebers – meist wohl aus reiner Unwissenheit. Die Rede ist von Vermögenswirksamen Leistungen (VL). Die können theoretisch sehr viele Angestellte von ihrem Arbeitgeber bekommen. Vom Staat gibt es in bestimmten Fällen (Einkommens-abhängig)  noch eine Zulage.

Doch nur rund 15 Prozent aller deutschen Haushalte nutzen VL, wie der Arbeitskreis Verbrauchs- und Medienanalyse herausgefunden hat. Dies liege oft an Unwissenheit der Arbeitnehmer, glaubt die Verbraucherzentrale Niedersachsen in Hannover: „Wenn in der Beratung von Vermögenswirksamen Leistungen gesprochen werde, dann schaut man häufig in leere Augen.“

Was es schwierig macht: Nicht alle Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf VL. Es gibt diese Sparzulagen des Arbeitgebers meist nur dann, wenn dies ausdrücklich im Tarif- oder Arbeitsvertrag geregelt ist. Laut der Zeitschrift „Finanztest“ (Ausgabe 4/2011), die von der Stiftung Warentest herausgegeben wird, bekommen Beamte etwa 6,65 Euro im Monat, Metallarbeitnehmer 26,59 Euro und Banker 40 Euro.

„Das ist ein Geschenk vom Arbeitgeber“. Und das sollte man unbedingt annehmen, da die Zahlung nicht etwa an bestimmte Einkommensgrenzen gebunden ist, wie viele Arbeitnehmer glauben. Diese Grenzen gelten lediglich für die staatlichen Zulagen, die es bei der Anlage in bestimmten Anlagearten noch obendrauf gibt. „Dann ist staatliche Förderung ein Sahnehäubchen.“

Häufige Voraussetzung: Betriebliche Altersvorsorge!

Viele Arbeitgeber geben den Zuschuss allerdings nur noch dann, wenn die VL in eine betriebliche Altersversorgung gesteckt werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen empfiehlt, solch ein Angebot anzunehmen: „Mit der betrieblichen Altersvorsorge erhöhen die Verbraucher ihr Einkommen im Alter.“ Die Alternative, auf das Geld zu verzichten, ergebe in der Regel keinen Sinn. „Allerdings sollten sich die Verbraucher die Vertragsmodalitäten genau anschauen und gegebenenfalls Zusatzleistungen vereinbaren, beispielsweise eine Berufsunfähigkeitsversicherung.“ Da hier die Förderungen (Steuer und Sozialversicherungsersparnisse) direkt Monat für Monat auf den Vorsorgevertrag eingehen, beginnt der Zinses Zins Effekt sofort. Auch die Höhe der Beiträge ist interessant. Bis zu 370.- € monatlich, abzüglich VL, abzüglich Steuer und Sozialversicherung (Sozialversicherungsbefreiung bis 220.- € monatlich) können hier investiert werden. In vielen Fällen bedeutet dies, das der Eigenanteil nur bei ca. der Hälfte des Gesamtbeitrages liegt.

Die Förderung vom Staat, die Arbeitnehmersparzulage, wird dann gezahlt, wenn Ledige nicht mehr als 17.900 Euro oder Verheiratete nicht mehr als 35.800 Euro im Jahr verdienen. Allerdings nur, wenn man das Geld in einen Bausparvertrag steckt oder davon einen Baukredit tilgt. Beim Aktienfondssparen liegt die Grenze für Alleinstehende bei 20.000 Euro beziehungsweise für Ehepaare bei 40.000 Euro.

Ein Muss für Niedrigverdiener

Die Verbraucherzentrale Niedersachsen rät Geringverdienern, die staatliche Förderung auf jeden Fall mitzunehmen und zu einem der geförderten Produkte zu greifen. Für welches man sich entscheidet, hängt von der persönlichen Risikobereitschaft ab. „Der Risikobewusste investiert eher in einen Aktienfonds („aber Achtung!, hohes Risiko und zum Teil sehr Hohe Kosten“), der andere eher in einen Bausparvertrag.“ Laut „Finanztest“ können sich Sparer beim besten Bausparangebot über eine Rendite von 3,35 Prozent freuen.

Anlegern, die keinen Anspruch auf staatliche Zulagen haben, rät Verbraucherschützer Tammen, in einen VL-Banksparplan zu investieren. Laut Stiftung Warentest können Anleger hier beim besten Anbieter nach sieben Jahren eine Rendite von 3,48 Prozent erwarten.

Von Aktienfonds rät der Experte bei Arbeitnehmern, die nicht zulageberechtigt sind, eher ab, weil der Anleger hier nur auf eine beschränkte Anzahl von Produkten zugreifen kann, die für Vermögenswirksame Leistungen zugelassen sind. „Wenn ich in Aktienfonds investieren möchte, dann würde ich das in diesem Fall außerhalb der Vermögenswirksamen Leistungen machen.“

Egal für welche Anlageform man sich auch entscheidet: Der Arbeitgeber zahlt das Geld direkt auf ein von dem Mitarbeiter benanntes Sparvertragskonto ein. Sieben Jahre läuft ein VL-Vertrag. „Allerdings werden nur sechs Jahre Beiträge eingezahlt, ein Jahr ruht der Vertrag“, sagt Annabel Oelmann: „Verbraucher sollten sich daher frühzeitig um einen neuen Vertrag kümmern.“

Alle Zulagenberechtigten müssen beachten, dass die Arbeitnehmersparzulage nicht automatisch kommt, wie Oelmann erklärt: „Sie muss jedes Jahr mit der Steuererklärung beantragt werden. Das Geldinstitut gibt den Kunden dazu eine nötige Bescheinigung, die der Steuererklärung hinzugefügt werden muss.“

dpa/mamk

 

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Minijob (400.- €) zur Sicherung der Altersrente

Die zusätzliche Altersversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei vielen Minijobbern ist das Arbeitsverhältnis langfristig angelegt. Vielfach ist es die Ehefrau, die einen 400-Euro-Job ausübt, damit ie Haushaltskasse aufgebessert wird. Die gesetzliche Rente wird bei vielen Arbeitnehmern relativ niedrig ausfallen aufgrund des erzielten Einkommens, der Demographischen Entwicklung und der esetzlichen Regelungen. Auch für s. g. Minijobber bieten sich interessante, staatliche geförderte Möglichkeiten, eine Altersversorgung aufzubauen.

Minijob

Bei einem Minijob (bis 400 Euro) hat der Arbeitgeber monatlich einen Pauschalbeitrag von 30% an die Minijobzentrale der Knappschaft Bahn – See abzuführen. Dieses sind 15% Rentenversicherung, 13% Krankenversicherung und 2% Steuern. Ferner 0,67% Lohnfortzahlungsversicherung und 0,10 nsolvenzumlage. Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, den Rentenversicherungsbeitrag von 15 auf 19,9% ufzustocken. Diesen Beitrag in Höhe von 4,9% trägt der Arbeitnehmer alleine. Hiefür hat der Arbeitnehmer egenüber dem Arbeitgeber eine Verzichtserklärung abzugeben.

Rentenansprüche aus einem Minijob

Bei einem Lohn von 400 Euro monatlich und einer Beschäftigung von einem Jahr errechnen sich Rentenansprüche ohne Beitragsaufstockung von ca. 3,20 Euro monatlich und eine Wartezeit Anrechnungszeit) von 4 Monaten. Wird der Rentenversicherungsbeitrag im Rahmen einer Verzichtserklärung ufgestockt, werden Rentenansprüche von 4,22 Euro monatlich erworben. Die Wartezeit beträgt 12 Monate. Die aus diesem Beitrag resultierende Rente ist augenscheinlich relativ niedrig, bringt aber andere wichtige Vorteile. Mit der Aufstockung erzielt der Arbeitnehmer volle Ansprüche wie ein Rentenversicherungspflichtiger, .B. Rente wegen Erwerbsminderung, Anspruch auf Rehabilitationsmaßnahmen, vorgezogene Altersrente usw. Ferner können Ansprüche geltend gemacht werden auf Riesterförderung nach der Riesterrente. Mit einem Eigenbeitrag von monatlich 5 Euro können 154 Euro Grundzulage und 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage beantragt werden. Als weiteres kann eine s. g. Minijobrente aufgebaut werden.

Minijobrente

Bei der Minijobrente vereinbaren Arbeitnehmer und Arbeitgeber Mehrarbeit in Höhe einer festen Stundenzahl pro Monat (Zeit für Rente). Als Gegenleistung der Mehrarbeit zahlt der Arbeitgeber diesen Beitrag in eine Direktversicherung bzw. Pensionskasse ein. Bis 4% der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung sind steuer- und sozialabgabenfrei. Das sind z. Zt. monatlich bis max. 220 Euro. Erhält der Arbeitnehmer monatlich 400 Euro und der Arbeitgeber zahlt zusätzlich 100 Euro in die Minijobrente, bleibt trotzdem der Status als geringfügig Beschäftigter erhalten. Bei einem Arbeitgeberwechsel kann die Minijobrente problemlos übertragen werden. Die Minijobrente ist eine unverfallbare, pfändungs- und Hartz-IV­sichere Altersversorgung. Für den Arbeitgeber sind die Beiträge zur Minijobrente 100% Betriebsausgaben.

Fazit

Voraussetzung für die Minijobrente ist, dass das Arbeitsverhältnis unbefristet und auf Dauer angelegt ist. Ein Rechtsanspruch besteht nur, sofern der Arbeitnehmer auf seine Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichtet. Auch Kleinverdiener im Rahmen der Gleitzone (400 – 800 Euro) können das Prinzip der Minijobrente in Anspruch nehmen. Es bleibt noch anzumerken, dass Betriebsrenten im Leistungsbezug steuerpflichtig und leistungspflichtig zur Kranken- Pflegeversicherung sind.

 

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Betriebliche Altersversorgung auch für Zweitdienstverhältnisse möglich

In Familienunternehmen und Büros von Selbstständigen, in denen Ehepartner im Rahmen eines zweiten Dienstverhältnisses mitarbeiten, kann eine betriebliche Altersversorgung (bAV) platziert werden. Denn auch dieser Personenkreis hat laut Gesetz zur Verbesserung der bAV (BetrAVG, § 1a) Anspruch auf eine Betriebsrente durch Entgeltumwandlung.

„Als Durchführungsweg kommt nur eine Versorgung über eine Unterstützungskasse in Frage“. Denn die Direktversicherung sieht die Steuergesetzgebung ausschließlich im ersten Dienstverhältnis vor (Einkommensteuergesetz EStG, Paragraph 3 Nr. 63). Eine bilanzberührende Pensionszusage für Entgeltumwandlungen ist in diesen Größenordnungen nicht zu empfehlen.

Steuerliche Vorteile und sozialabgabefrei
Mitarbeiter genießen in einem Zweitdienstverhältnis die gleichen steuerlichen Vorteile wie andere Beschäftigte. Bei der Unterstützungskasse können Beiträge in unbegrenzter Höhe steuerfrei und bis maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze sozialabgabenfrei angelegt werden (2011: 2.640 Euro). Wenn es die finanzielle Situation erlaubt, können 400-Euro-Jobber im Zweitdienstverhältnis sogar ihr komplettes Entgelt in eine Unterstützungskasse einbringen.

Eine Angemessenheitsprüfung der Versorgungszusage, wonach laut Finanzbehörden bei einer betrieblichen Altersversorgung nur 75 Prozent der Bezüge des Versorgungsberechtigten als Rente zugesagt werden dürfen, ist nicht notwendig. „Denn eine durch Entgeltumwandlung finanzierte Versorgung erfüllt stets die Anforderungen an die Angemessenheit, sofern das Entgelt selbst angemessen ist“.

Staatliche Förderung beider Durchführungswege nutzen
Für Mitarbeiter besonders interessant wird es, wenn im ersten Dienstverhältnis eine Direktversicherung und im zweiten eine Unterstützungskassenversorgung vereinbart wird. Dann kann der Beschäftige nämlich die staatliche Förderung beider Durchführungswege auf seinem Altersvorsorgekonto verbuchen: zweimal bis maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze über die Direktversicherung und die Unterstützungskasse sowie zusätzlich die Steuerfreiheit der Beiträge in unbegrenzter Höhe für die Unterstützungskasse.

Quelle: VM, Deutsche Unterstützungskasse


 


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Tipps und Tricks zur Witwenrente

Kleine oder große Witwenrente?

Um dem verbliebenen Ehepartner eine Witwenrente zu ermöglichen, muss der verstorbene Ehepartner mindestens 5 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung einbezahlt haben oder bereits eine Form von Rente bezogen haben (?). Außerdem darf der Versorbene nicht anderweitig geheiratet haben und die Ehe zum verliebenen Ehepartner muss mindestens ein Jahr bestanden haben. Wenn all diese Vorraussetzungen erfüllt sind, besteht zumindest ein Anrecht auf die kleine Witwenrente.

Um Anspruch auf die große Witwenrente zu haben, muss der Hinterbliebene bereits das 47. Lebensjahr vollendet haben, ein minderjähriges Kind des verstorbenen Ehegatten aufziehen oder (teilweise) erwerbsgemindert sein.

>> zum Witwenrentenrechner

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Tipps und Tricks zur gesetzlichen Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung

Schon seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert ist das Prinzip der gesetzlichen Rentenversicherung unverändert. Seit dieser Zeit erhält der Bürger durch seine Beiträge in die Rentenkasse Anspruch auf eine Rente im Alter. Dadurch sollte damals wie heute der Armut von Arbeitnehmern im Ruhestand vorgebeugt werden.

Die Höhe der Beiträge hängt von der Höhe des Einkommens des Bürgers ab. Eine gesetzliche Rentenversicherung ist für jeden Arbeitnehmer verpflichtend. Die Entscheidung gegen eine gesetzliche Rentenversicherung haben in Deutschland nur Freiberufler und Selbstständige. Allerdings ist auch für freiwillig Versicherte die Versicherungspflicht verbindlich und muss mit einem Mindestbeitrag von 80 Euro monatlich geleistet werden.

Angesichts der stets leerer werdenden Kassen der gesetzlichen Rentenversicherungen, bezweifeln viele Bürger mittlerweile die Sicherheit ihrer Rente. Staatlich geförderte private Rentenversicherungen wie zum Beispiel die Riester Rente können eine Lösung für dieses Problem sein.

>> zum Rentenrechner

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