Tag Archives: Gesellschafter-Geschäftsführer

Sieben Fehler in Anstellungsverträgen von Geschäftsführern

Welcher dieser sieben unangenehmen Fehler lauert in Ihrem Geschäftsführer-Vertrag?

Es sind immer die gleichen Punkte in den Geschäftsführerverträgen, die später zu Ärger führen können, und zwar folgende:

Fehler Nr. 1: Fehlende Eindeutigkeit. Zum Beispiel bei der Vergütung:

Aus Ihren Verträgen muss sich durch einfache Berechnungen und ohne Ermessensspielraum ergeben, ob und in welcher Höhe Ihnen eine Vergütung zusteht. Vor allem die Vereinbarung zur Lohnfortzahlung bei Krankheit gibt immer wieder Anlass zu erheblichen Streitigkeiten  (wie lange wird diese gezahlt bzw. ab wann beginnt diese, wie hoch ist diese, ist diese abgestimmt auf die Leistungen aus der gesetzlichen bzw. privaten Krankenkasse). Auch die Leistungen im Todesfall sollten eindeutig geregelt sein. Zum Beispiel: Wie lange wird das Gehalt noch weiter gezahlt, wie Hoch ist in diesem Fall noch der Tantiemen Anspruch usw.

Fehler Nr. 2:

Unklarheit über Termin der Vereinbarung. Oft wird versucht, durch nachträgliche Änderungen eine Verbesserung zugunsten der GmbH herbeizuführen. Eventualitäten regeln Sie gleich im Erstvertrag.

Fehler Nr. 3:

Fehlende Regelungen. Beispielsweise über die Aufgabenteilung bei verschiedenen Geschäftsführern. Besser: vorher regeln! Sonst haften Sie für die Taten anderer!

Fehler Nr. 4:

Ungültigkeit von Verträgen oder Vereinbarungen – beispielsweise in Ihrem Arbeitsvertrag. Was regelt die GmbH-Satzung? Das kann im Widerspruch zur aktuellen Rechtsprechung stehen.

Fehler Nr. 5:

Nicht erkennbare Ernsthaftigkeit. Finanzamt und Gerichte setzen enge Grenzen bei der Vertragsgestaltung. So manche Vereinbarung führte schon dazu, dass von Gerichten oder Finanzbehörden die Ernsthaftigkeit der GmbH insgesamt infrage gestellt wurde!

Fehler Nr. 6:

Haftungsausschlüsse, die keine sind. Manche GmbH-Geschäftsführer versuchen, in ihren Verträgen Haftungsausschlüsse zu regeln, um sich selbst besser zu schützen. Doch welche können Sie wirklich regeln? Denn nicht jede Haftung lässt sich delegieren!

Fehler Nr. 7:

Fehlende Üblichkeit – einer der häufigsten Fehler. Getroffene Vereinbarungen sind so untypisch, dass sie zweifelsohne nicht mit einem fremden Geschäftsführer getroffen worden wären. Das Finanzamt lehnt ab.

Aber: Es gibt einen Ausweg! Unser Muster-Dienstvertrag dient Ihnen im Gespräch mit Ihrem Rechtsanwalt zur Analysierung Ihrer Situation und diskussion welche Regelungen getroffene werden sollten bzw. müssten. Noch ein kleiner Hinweis, auch wenn Sie sicher einen kompetenten Steuerberater haben, Arbeitsverträge sind „rechtliche Angelegenheiten“ die nur ein Rechtsanwalt abarbeiten darf.

Herzlichst Grüßt

Alexander Leuthner

 

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Berücksichtigung der Scheidung schon bei der Beratung zur Altersversorgung

Seit 2009 sitzen die Versorgungsträger bei Scheidung von Arbeitnehmern mit einer privaten oder betrieblichen Altersversorgung mit im Boot. Sie müssen dem Gericht einen Ausgleichsvorschlag unterbreiten und diesen nach Rechtskraft der Entscheidung über den Versorgungsausgleich auch umsetzen. Die zahlreichen Zweifelsfragen, die das Versorgungsausgleichsgesetz offen lässt, beschäftigen seither die Gerichte. Bisher betrafen diese Entscheidungen meist nur Details zur Berechnung der gegenseitigen Ansprüche oder zur Umsetzung der Urteile.

75.000 € durch private Rentenversicherung verloren

In der Beratung zur Altersvorsorge blieb das Thema Scheidung bisher weitgehend außen vor. Welche unangenehmen Folgen das haben kann, musste eine Ehefrau nun erfahren. Um ihr in die Ehe mitgebrachtes Vermögen zu schützen, vereinbarten die Ehegatten vor der Hochzeit Gütertrennung. Während der Ehe schloss die Frau mit 150.000 € ihres mitgebrachten Vermögens eine Rentenversicherung ab. Als die Ehe später geschieden wurde, verweigerte Sie den Versorgungsausgleich mit der Begründung, dass die Rentenversicherung aus „vorehezeitlichem“ Vermögen entstanden sei. Doch der BGH machte ihr mit Beschluss vom 18.01.2012 einen Strich durch die Rechnung. Nach Meinung der Richter unterliegen dem Versorgungsausgleich alle Anrechte, die durch Arbeit oder Vermögen während der Ehezeit geschaffen wurden. Dabei kommt es nur darauf an, ob das Anrecht während der Ehezeit entstanden ist. Wann das zum Erwerb des Anrechts eingesetzte Vermögen entstanden ist, spielt keine Rolle. Hätte die Frau die 150.000 € zum Beispiel auf einem Sparbuch liegen lassen, hätte Sie den Betrag bei der Scheidung nicht mit ihrem (ehemaligen) Ehegatten teilen müssen. Ein teurer Spaß, den man durch Wahl eines geeigneten Anlageproduktes hätte vermeiden können.

Vorsicht bei Umwandlung von Tantiemen und Auslagerung von Pensionszusagen

„Dieses Urteil hat auch weitreichende Bedeutung für die betriebliche Altersversorgung“, meinen die Experten und erläutern die Folgen am Beispiel der Entgeltumwandlung von Tantiemen: Wird eine Tantieme, die vor der Hochzeit verdient wurde, erst nach der Hochzeit per Einmalumwandlung in eine bAV umgewandelt, so ist der bAV-Anspruch nach der Argumentation des BGH vollständig während der Ehezeit entstanden.

Die Argumentation des BGH könnte auch bei der Auslagerung von Versorgungsverpflichtungen auf einen externen Versorgungsträger Anwendung finden. Wird z. B. eine „jahrzehntealte“ Pensionszusage während der Ehezeit auf einen Pensionsfonds übertragen, so wäre die Anwartschaft des Pensionsfonds vollständig in der Ehezeit entstanden. Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, schon bei der Auslagerung und vor allem bei Erstellung des Ausgleichsvorschlags für das Gericht darauf hinzuweisen, dass das Anrecht nicht durch Zahlung des Pensionsfondsbeitrags entsteht, sondern lediglich das bereits bestehende Anrecht vom Pensionsfonds übernommen wird. Ein kleiner aber feiner Unterschied.

Dass die Gefahr einer Fehlentscheidung durchaus real ist, zeigt auch das Urteil des OLG München vom 12.04.2011. Hier ging es um eine Pensionszusage, die nach dem Ende der Ehezeit, aber vor der Gerichtsentscheidung über den Versorgungsausgleich, wegen Liquidation des Arbeitgebers auf einen Lebensversicherer übertragen wurde. Die Richter stellten fest, dass die auszugleichende Pensionszusage nicht mehr vorhanden war und somit auch nicht mehr ausgeglichen werden konnte. Die Liquidationsversicherung hielten sie nicht für ausgleichsfähig, da das Anrecht an der Versicherung durch einen Einmalbeitrag nach Beendigung der Ehezeit entstanden war. Die Ehefrau ging somit leer aus.

Die genannten Entscheidungen zeigen, wie wichtig es nicht nur für Versorgungsträger sondern auch für Berater ist, sich mit ausgewählten Details zum Versorgungsausgleich zu beschäftigen.

Sollte Sie das Thema vertiefend interessieren, senden Sie uns einfach eine kurz Mail und wir stellen Ihnen unsere Netzwerkpartner zur Verfügung.

Beste Grüße

Alexander Leuthner

 

 

Quelle: Andreas Buttler Feb`s Consulting

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Geschäftsführer erhält kein Krankengeld von seiner gesetzlichen Krankenkasse

Erneut ein Praxisfall zum Thema Krankengeld für Geschäftsführer:

Andreas H. 44 Jahre alt verheiratet und Vater von drei Kinder. Jahresgehalt inkl. Tantiemen 145.000.- € (pro Monat 12.083,33 .- €). Herr H. ist bei der DAK freiwillig gesetzlich Krankenversichert mit einen Anspruch auf Krankengeld nach der 6. Woche in Höhe von 2.677,50.- € pro Monat!!

Am 2. Weihnachtsfeiertag nimmt ein angetrunkenen Fahrer Herrn H. auf dem Weg zur Tankstelle die Vorfahrt. Herrn H. trägt schwere Verletzungen im Beckenbereich sowie an der Schulter davon.

Nach 3 Wochen Krankenhausaufenthalt wird Herr H. in eine Reha-Anstalt überwiesen. Herr H. wird aus der stationären Reha nach 5 Wochen entlassen um weitere ambulante Rehabilitations-Maßnahmen durchzuführen, geplant ist dies für mindesten 2 weitere Monate.

Die Lohnfortzahlung hat Herr H. über seine GmbH zum Glück für 6 Monate vereinbart. Allerdings wurde seiner Krankenkasse dies nicht mitgeteilt.

Ergebnis:

Die gesetzliche Krankenkasse verweigert, (zurecht) die Zahlung eines Krankengeldes ab der 6. Woche da ja eine Lohnfortzahlung erst ab dem 6. Monat notwendig ist.

Da dieser Fall keine Existenzbedrohung darstellt, zumindest nicht in den ersten 6 Monaten, ist dies finanziell für den Moment kein Problem für Herrn H.                                                     Allerdings wurden in den vergangen 8 Jahren Beiträge für den zusätzlich Schutz bei Krankheit an die gesetzliche Kasse abgeführt. Dies waren immerhin über 2.500.- € !!

Fazit:

Auch wenn in diesem Fall die Regelung zur Lohnfortzahlung die zu Empfehlende war, ist eine Abstimmung auf den Versicherungsumfang bei der Krankenkasse notwendig. In einzelnen Fällen konnten wir, für die jeweiligen Versicherten die Beiträge zurückfordern. Grundsätzlich ist aber auch hier ersichtlich das der Arbeitsvertrag des Geschäftsführers und die Abstimmung mit allen „Instanzen“ dringend angeraten ist.

Rufen Sie uns einfach an oder schreiben Sie uns eine Mail mit dem Betreff „Lohnfortzahlung für Geschäftsführer“ und wir informieren Sie über die richtige Gestaltung.

Ich freue mich auf Ihre Nachricht und verbleibe,

mit frühlingshaften Grüßen

Alexander Leuthner

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Was versteht man unter einem Ehegattenarbeitsvertrag?

Was versteht man unter einem Ehegattenarbeitsvertrag und wie wird dieser (sozial)versicherungsrechtlich behandelt

Vorteile des Ehegatten-Arbeitsvertrag

Gerade Inhaber von Klein- und Mittelbetrieben sowie Freiberufler werden häufig von den mitarbeitenden Ehepartner unterstützt. Dadurch ist in vielen Fällen die Einstellung einer „fremden“ Arbeitskraft nicht erforderlich und der Ehegatte trägt somit als Arbeitnehmer zum geschäftlichen Erfolg bei.

Steuer- und Sozialversicherungsrecht bieten für die Beschäftigung des Ehegatten interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die zu Einkommens- und ggf. Gewerbeertragsteuerersparnissen führen können und sogar eine bessere Versorgung im Krankheitsfall und im Alter ermöglichen. Immerhin mindert ein „400.- € Job“ den Betriebsgewinn um 6.240.- € p.a.

Die folgenden Informationen sollen einen Einstieg in das Thema bieten.

Die rechtliche Sicht

Als Selbständiger/Freiberufler wird mit dem Ehepartner ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen. Neben Gehalt sind Arbeitszeit inkl. Urlaub sowie eine genaue Beschreibung des Arbeitsinhaltes zu regeln.

Achtung: Bei mitarbeitenden Ehepartner von Geschäftsführern einer GmbH, sollte eine „sozial-versicherungs-rechtliche Statusfeststellung“ vorgenommen werden.  

Die sozialversicherungsrechtliche Sicht

Pauschal sozialversicherungspflichtig sind Beschäftigungen des Ehegatten, die geringfügig sind und nicht neben einer anderen Beschäftigung ausgeübt werden. Die Geringfügigkeit ist gegeben, wenn das monatliche Arbeitsentgelt nicht höher als 400,00 € ist und die wöchentliche Arbeitszeit unter 15 Stunden liegt.

Bis zu einem Verdienst von 400,00 € trägt der Arbeitgeber die pauschalen Beiträge zur Sozialversicherung in Höhe von 30 %. Erst bei Überschreiten dieser Verdienstgrenze tritt die Sozialversicherungspflicht (Kranken-, Pflege,-Renten- und Arbeitslosenversicherung) ein. Zwischen 401 .- € und 800.- € liegt der Midi-Jobbereich. Hier sind die Beiträge zur Sozialversicherung geringer.

Besonderheiten

Der voll sozialversicherungspflichtige Ehegatte kann seine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten frei wählen.

Um „Scheinarbeitsverhältnisse“ zu verhindern, sind die Prüfungen zur Anerkennung der Ehegattenarbeitsverträge in den letzten Jahren erheblich verschärft worden. Deshalb ist dringend zu empfehlen, dass sämtliche Vereinbarungen schriftlich fixiert und in der Praxis auch tatsächlich erfüllt werden.

Die steuerliche Sicht

Der Arbeitsvertrag muss auch für das Finanzamt schriftlich festgehalten und ernsthaft eingehalten werden. In allen Punkten muss die Gleichbehandlung des Ehepartners mit ggf. anderen Arbeitnehmern des Betriebes gewahrt sein. Es ist ein Lohnkonto einzurichten. Bei geringfügig Beschäftigten (siehe unter „Die sozialversicherungsrechtliche Sicht“) ist der Arbeitslohn steuerfrei (falls keine weiteren Einkünfte vorliegen), das gilt bis zu einem Einkommen von 400,00 €. Liegt das regelmäßige Einkommen höher, ist es nach der Lohnsteuertabelle individuell zu versteuern.

Das Einkommen des Ehegatten sollte sich an einer vergleichbaren tariflichen, bzw. ortsüblichen Vergütung orientieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Arbeitslohn Betriebsausgabe ist. Damit gilt bei positiven Einkünften: Steigender Lohn führt zu steigenden Betriebsausgaben und zu sinkender Steuerbelastung.

Durch die Einstellung und um mögliche Komplikationen mit dem FA und der Krankenkasse aus dem Wege zu gehen, sollte etwas mehr als die 400 € gewählt werden, da beide den Vertrag prüfen, ob er nur zum Schein angelegt wurde. Aus unserer Erfahrung heraus etwa 700 €. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Altersvorsorge über das Unternehmen für den Ehepartner möglich ist die in hohem Maße effektiv ist.

Senden Sie uns einfach eine E-Mail und wir stellen Ihnen gerne einen Muster Ehegattenarbeitsvertrag zur Verfügung. Mail an info@leuthner-consulting.de und in den Betreff Ehegattenarbeitsvertrag eintragen. Gerne erstellen wir Ihnen auch eine Muster-Berechnung der individuelle Auswirkung auf den Betriebsgewinn, die hieraus erzielte Steuerersparnis sowie die Ansprüche an die Sozialversicherung (Rente, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Pflege).

Beste Grüße,

Alexander Leuthner

 

 

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Kein Kündigungsschutz und falsche Krankengeldabsicherung bei Geschäftsführern

Geschäftsführer (GF) haften als Organ einer GmbH für Fehler. So weit so kurz! Er wird durch die Gesellschafter bestellt und kann jederzeit abberufen werden.

Aktuell betreuen wir einen Fall der einmal mehr aufzeigt wie notwendig es ist, seinen Arbeitsvertrag als Geschäftsführer intensiv auf die individuelle Absicherung zu überprüfen.

Geschäftsführer Harld S. 52 Jahre alt Verheiratet 1 Kind, Jahresgehalt 125.000.- € zzgl. 20 % Tantiemen sowie Firmenwagen.

Aufgrund der Aufdeckung eines Kartellverstoßes für die ein GF haftet und den andauernden diesbezüglichen Rechtsstreitigkeiten erleidet der GF einen Zusammenbruch. Während seiner Arbeitsunfähigkeit wird der GF von den Gesellschaftern der GmbH entlassen. In seinem Arbeitsvertrag hatte der GF einen Vereinbarung, das im Krankheitsfall 6 Wochen weiter Gehalt gezahlt wird. (gesetzliche Regelung).

Da Harald S. privat Krankenversichert ist, zahlt seine Kasse den vereinbarten Tagessatz an Krankengeld aus, dies sind bei Harald S. 95.- € Brutto pro Tag bzw. 2.850.- € Brutto pro Monat. Hiervon sind als erstes seine Beiträge für die Krankenversicherung in Abzug zu bringen, pro Monat 590.- €. Dazu noch alle weiteren laufenden Kosten. Hier vor allem die Raten für das Einfamilienhaus in Höhe von monatlich 1.600.- €.  Bleiben 660.- € Netto übrig! Im Ergebnis ca. 4.500.- € pro Monat weniger als sein letztes Netto!!

1. Wichtig zu Wissen, Geschäftsführer haben keinen Kündigungsschutz! Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) abgesegnet. Eine Kündigung sei vom Geschäftsführer hinzunehmen, „auf welchen Gründen sie auch beruhen mag“, urteilte der BGH (Az.: II ZR 158/01).

2. Bei bedarfsgerechter Regelung im Arbeitsvertrag sowie bei der Krankenversicherung lassen sich zum Teil dramatische Einkommensverluste vermeiden.

3. Frühzeitig eine Regelung mit dem Versicherer treffen, das heißt bevor etwas passiert, denn: Würden Sie ein Haus versichern das schon brennt?!

Wie Sie es richtig regeln zeigen wir Ihnen gerne. Schreiben Sie uns einfach eine Mail und wir melden uns bei Ihnen oder bestellen Sie hier Ihren Gratis-Report für Geschäftsführer

Beste Grüße aus Rödermark

Alexander Leuthner

 

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Die Suche nach der echten Inflation

Heute ein Link zu einem sehr interessanten Artikel aus dem Manager-Magazin zum Thema „Inflation“.

 

http://www.manager-magazin.de/finanzen/artikel/0,2828,812691,00.html

Beste Grüße

Alexander Leuthner

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Jobwechsel: Die Portabilität der Betriebsrente

Seit 2005 dürfen Arbeitnehmer beim Jobwechsel ihre Betriebsrente unter bestimmten Umständen mitnehmen. Doch das ist in der Praxis gar nicht so einfach – auch, weil oft die entsprechende Beratung fehlt. 

Vorbei sind die Zeiten, in denen es für einen Arbeitnehmer üblich war, seine berufliche Laufbahn in ein und demselben Unternehmen zu gestalten. Heute sind Arbeitgeber und Arbeitnehmer wesentlich marktwirtschaftlicher eingestellt. Die Folge: Ein Arbeitnehmer muss sich, gewollt oder nicht, auf einen häufigeren Jobwechsel einstellen.
In Einstellungsgesprächen über die Höhe des Gehalts und mögliche Nebenleistungen zu verhandeln, ist eine allseits bekannte und gelebte Praxis. Was aber macht der Arbeitnehmer mit einer betrieblichen Altersversorgung (bAV), die er bei seiner alten Firma abgeschlossen hat? Laut Gesetz gilt sie als portabel er darf sie also mitnehmen. In der Praxis allerdings gestaltet sich die sogenannte Portabilität als äußerst schwierig und für viele Arbeitnehmer frustrierend.

Viele Jobwechsel als Anlass 

Zunächst zum gesetzlichen Hintergrund: 2005 hat die damalige rot-grüne Bundesregierung den Trend zum häufigeren Jobwechsel erkannt und dafür gesorgt, dass Arbeitnehmer für bestimmte Anwartschaften einen Anspruch auf Portabilität haben. Die Regelung gilt für Anwartschaften, die seit dem 1. Januar 2005 in den bAV-Durchführungswegen Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds bestehen. Folglich können Arbeitnehmer das angesparte Kapital aus ihrer bAV auf den neuen Vorsorgeplan übertragen lassen, sofern der neue Plan einem dieser drei Durchführungswege zuzuordnen ist. Dabei darf ein Arbeitnehmer kein zweites Mal mit Abschlusskosten belastet werden. „Falls diese innerhalb der üblichen Frist von fünf Jahren nicht abbezahlt sind, wird die Differenz angerechnet“, wird von Experten ergänzt. Bietet die neue Firma ihren Mitarbeitern bislang keine bAV an, so ist sie verpflichtet, für den Wechsler eine einzurichten. „Einen so strengen Portabilitätsanspruch gibt es sonst nirgendwo in Europa“. Dennoch kann es Nachteile geben. Für den neuen bAV-Plan gelten die jeweils aktuellen Konditionen und nicht die alten. Wechselt also ein Arbeitnehmer ab 2012 den Job und überträgt beispielsweise eine Direktversicherung mit einem jetzigen Garantiezins von 2,25 Prozent auf einen neuen Anbieter, so wird das Guthaben nach dieser Übertragung nur noch mit einem garantierten Zins von 1,75 Prozent verzinst. Für Anwartschaften vor dem 1. Januar 2005 gibt es außerdem keinen Anspruch auf Portabilität, diese müsste daher individuell zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbart werden. Hierzu sind die Arbeitgeber aber nicht verpflichtet. Trotz dieser Schönheitsfehler sollte die Mitnahme der bAV ohne große Probleme funktionieren. Der Frust bei der Portabilität hat laut Branchenexperten dennoch seine Gründe. So scheuen sich viele Arbeitnehmer davor, ihren gesetzlichen Anspruch beim neuen Arbeitgeber durchzusetzen. Und bei den Arbeitnehmern, die von diesem Anspruch nichts wissen, funktioniert die Beratung durch den Vermittler oft schlecht.

Zum ersten Punkt:

In unsicheren Zeiten wie diesen ist es verständlich, dass ein Arbeitnehmer während der sechsmonatigen Probezeit gegenüber dem Arbeitgeber keine großen Ansprüche stellt. Der Neue muss sich bewähren und lässt Themen wie Großurlaub oder Portabilität erst einmal außen vor. Die Portabilität aber nach der Probezeit zu vernachlässigen muss nicht sein. „Auch im siebten Monat der Beschäftigung kann der Arbeitnehmer das Thema noch ansprechen“, sagt Michael Karst vom bAV-Berater Towers Watson. Dafür sei genug Zeit, weil der Anspruch erst zwölf Monate nach dem Wechsel auslaufe. Anreiz für die Beratung fehlt Dies setzt allerdings voraus, dass der Arbeitnehmer ausreichend beraten wurde. Genau darin könnte der Grund dafür liegen, dass bislang so wenige Arbeitnehmer von der Portabilität Gebrauch machen. Für einen Versicherungsvermittler, der nach Provision bezahlt wird, fehlt der Anreiz. Weist er auf die Übertragung hin und organisiert diese, so erhält er für seine Tätigkeit keinerlei Vergütung. Schließt er stattdessen einen neuen Vertrag ab, bekommt er eine Provision. Somit liegt die von bAV-Experten durchaus gestützte – Vermutung nahe, dass viele Berater die Möglichkeit der Portabilität nicht erwähnen oder sogar mit Gegenargumenten verhindern.

Interessanterweise hat die deutsche Fondsindustrie eine Idee gehabt, wie die Portabilitätsproblematik gelöst werden kann. 2003 schlug der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) die Einführung eines Altersvorsorgekontos für jeden Arbeitnehmer vor. Die Idee hat den Charme, dass die Vorsorge nicht an den Arbeitgeber, sondern an den Arbeitnehmer gekoppelt ist. Letzterer schließt einfach einen Sparvertrag mit einer Fondsgesellschaft ab und nimmt ihn überall mit. Zuschüsse vom Arbeitgeber sind auch möglich. Und dass der Arbeitnehmer, und nicht der Arbeitgeber, für den Vertrag haftet, wäre auch kein Problem gewesen, da die Fondsgesellschaft beauftragt werden kann, konservativ zu investieren. Bedauerlicherweise stieß die Idee auf keine Resonanz in Berlin. Zu mächtig war die Lobby der Assekuranz, die ein bAV-Konkurrenzprodukt nicht duldet.

 

Autor: Jan F. Wagner
Dieser Artikel erschien am 01.02.2012 unter folgendem Link:
http://www.dasinvestment.com/investments/versicherungen/news/datum/2012/02/01/jobwechsel-die-portabilitaet-der-betriebsrente/
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Was 2012 auf die Versicherungsbranche zukommt

Auch in diesem Jahr hat der Chefredakteur der Zeitschrift für Versicherungswesen, Dr. Marc Surminski, wieder in die Versicherungszukunft geschaut und überraschende Entwicklungen und Ereignisse vorhergesehen. Sein nicht ganz ernst gemeinter, gleichwohl bedenkenswerter Ausblick findet sich in voller Länge im aktuellen Heft 2/2012.

Auch in diesem Jahr haben viele Leser wieder den Wunsch geäußert, eine knappe Vorschau auf die wichtigsten Ereignisse des neuen Jahres zu geben, weil das nicht wenigen für ihre tägliche Arbeit hilfreich erscheint.

Vorsorglich soll darauf hingewiesen werden, dass die folgende Jahresvorschau möglicherweise in dem einen oder anderen Punkt nicht vollständig mit den Ereignissen des Jahres übereinstimmen wird. Dies bitten wir zu entschuldigen.

März

2012 ist das Jahr der überraschenden Karrieresprünge. Viele prominente Assekuranz-Manager wechseln ihr angestammtes Metier und machen etwas ganz Anderes. So gibt Peter M. Endres nach dem großen Erfolg seiner Ergo-Direkt-Fernsehwerbung den Vorstandsvorsitz des Direktversicherers ab und übernimmt als hauptberuflicher Schauspieler an der Seite von Veronica Ferres die Titelrolle im ZDF-Mehrteiler „Das Millionengrab“.

Auch Rolf-Peter Hoenen wechselt die Seiten: Der GDV-Präsident, bisher nur Eingeweihten als hervorragender Musiker bekannt, überrascht auf der Mitgliederversammlung des Verbandes als Pianist. Statt des angekündigten Grundsatzreferats über die Zukunft der deutschen Lebensversicherung spielt er Liszts „Totentanz“ in der Version für Klavier und Präsidialausschuss. Anschließend geht er auf Welttournee.

Den kühnsten Rollenwechsel des Jahres gibt es aber bei der Allianz: Der langjährige Finanzvorstand Paul Achleitner wird Aufsichtsratschef der Deutschen Bank. Damit hatte nun wirklich niemand gerechnet.

Mai

In Berlin findet der erste deutsche Nichtzahlerkongress statt. Über 500 PKV-Versicherte nehmen daran teil. Sie informieren sich über die Möglichkeiten, auch in anderen Versicherungssparten Leistungen zu erhalten, ohne dafür zu bezahlen.

In Vorträgen zu Themen wie „Einmalbeitragspolicen – jetzt schon kündigen?“ oder „Wie optimiere ich meinen Bewertungsreservenanteil?“ geben namhafte Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Verbraucherschutz und organisierte Kriminalität nützliche Ratschläge. Fachforen und Workshops beschäftigen sich mit Themen wie „Versicherungsbetrug im Online-Zeitalter“ und „Brandstiftung – Quo Vadis?“.

In der kongressbegleitenden Ausstellung informieren Auffahrunfallspezialisten und Autobumser über ihre Tätigkeit; vor dem Gebäude parkt als innovativer Werbeträger eine Gliedertaxe des „Verbandes in Not geratener Unfallchirurgen e.V.“.

Juni

Auch 2012 kommt es wieder zu einigen spektakulären Großschäden. Weil die Wettermaschine einen Gang hochschaltet, wie es ein großer Rückversicherer formuliert, dominieren Naturkatastrophen das Jahr.

Nach einer langen Dürreperiode lösen Wutbürger in Baden-Württemberg einen gewaltigen Flächenbrand aus. Proteststürme kosten Facebook in ganz Westeuropa ein Viertel des Jahresgewinns. Nach einer nie zuvor in solcher Intensität beobachteten Torflut gerät der HSV unerwarteter Weise in die Champions League. Der GDV weist in diesem Zusammenhang darauf hin, wie wichtig eine Elementarschadendeckung ist.

Juli

Nach dem Skandal um eine Lustreise von HMI-Vertretern nach Budapest haben viele deutsche Versicherer über das System von Vergütungen und Incentives neu nachgedacht. Statt teurer Reisen zu exotischen Zielen ist bei den meisten nun eine neue Bescheidenheit angesagt.

So geht es für die besten Zurich-Vertreter 2012 nicht mehr nach Dubai, sondern sie fahren an den Point of Sale. Die Generali macht es ähnlich und veranstaltet eine GPS-Rally, um im Team gemeinsam nach dem Unique Selling Point zu suchen, der in der Nähe von Altwarmbüchen liegt. Die Top-Vermittler finden ihn zwar nicht, aber „der Weg ist das Ziel“, wie es später in der Hauszeitschrift zu diesem innovativen Event heißt.

Ergo hat eine Abenteuerreise zum Point of No Return gebucht, storniert aber in letzter Minute und steckt das Geld lieber in die Fernsehwerbung. Auch die Axa verzichtet auf alle Reisen und zahlt ihren Vertretern jeweils 29,50 Euro aus. Das ist umgerechnet der Betrag, den das Unternehmen im Vorjahr insgesamt für Incentives aufgewendet hatte. Die Vertretervereinigung beschließt, das Geld komplett für die Renovierung der Besuchertoilette Ost in der Kölner Hauptverwaltung zu spenden.

September

Nach dem Ergo Direkt im vergangen Jahr erstmals eine Zahnzusatzversicherung angeboten hatte, die auch für bereits vorhandene Zahnschäden leistet, kommt die Provinzial Brandkasse Kiel nun mit einem weiteren revolutionären Produkt auf den Markt: Sie versichert ab September auch brennende Häuser.

Dadurch sollen neue Kundengruppen angesprochen und der Marktanteilsabrieb in der Kernsparte Wohngebäude gestoppt werden. Die Police kann unbürokratisch bei der zum Löscheinsatz eintreffenden Feuerwehr abgeschlossen werden, die für das Produkt exklusiv als neuer Vertriebspartner der Brandkasse gewonnen wurde

„Wenn sich alle Brandstifter finanzrationell verhalten, lohnt sich das Produkt für uns natürlich nicht“, räumen die Kieler auf Nachfrage ein. Insgesamt soll sich das neue Konzept aber dauerhaft positiv auf die Cross-Selling-Quote und die Aufklärungsrate bei Brandstiftungen in Schleswig-Holstein auswirken.

November

Vergleichsportale im Internet erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Nach einer Welle von Neugründungen in 2012 hat am Ende nahezu jeder Autoversicherer in Deutschland sein eigenes Portal. Dort vergleichen sie sich mit den anderen Portalen und kommunizieren darüber auf Facebook und Twitter.

Durch die vielen neuen Portale wird der Markt zunehmend intransparent; deshalb entstehen sogenannte „Meta-Portale“, auf denen die Vergleiche der normalen Portale verglichen werden können. Das Konzept steckt noch in den Anfängen, viele Berater halten es aber für vielversprechend.

Dezember

Die PKV leidet unter rückläufigen Provisionsexzessen. Auch das Umdeckungskarussell, traditionell wichtigster Garant für Wachstum in der Vollversicherung, dreht sich nur noch langsam. Die Abschlussaufwendungen sinken branchenweit so stark, dass die großen Vermittlerverbände Alarm schlagen. Stattdessen erreicht die Bestandsfestigkeit bedenkliche Höhen – und immer mehr Vermittler ziehen sich frustriert aus dem Geschäft zurück.

Zum Ende des Jahres finden einige Versicherer im Schulterschluss mit renommierten Vertriebsrechtlern endlich eine Methode, um den gesetzlich vorgeschriebenen Provisionsdeckel wieder anzuheben. Langsam erholt sich das Umdeckungsgeschäft; aber erst kurz vor der Bundestagswahl 2013 findet es zurück zu alter Stärke.

Marc Surminski, Chefredakteur der Zeitschrift für Versicherungswesen

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Ein Bollwerk gegen den Turbo-Kapitalismus

Betriebliche Altersversorgung als vertrauensbildende Maßnahme in Zeiten der Finanzkrisen
Im Zusammenhang mit der betrieblichen Altersvorsorge in Deutschland gibt es Reformbedarf, sagte Thomas Dommermuth beim „Münchner Fachforum Betriebliche Versorgung“ der SLPM Schweizer Leben Pensionsmanagement GmbH in München. Die mittlerweile schon durch die fünf Durchführungswege und drei Zusagearten geschaffene Komplexität
sollte nach Ansicht des Professors für Steuerlehre, Finanz- und Investitionswirtschaft an der Hochschule Amberg-Weiden deutlich reduziert werden.
Das Haftungs- und das Kostenrisiko für die Arbeitgeber muss ebenfalls wieder spürbar vermindert werden, forderte Dommermuth.

Verantwortlich für die nach wie vor geringe Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung in Deutschland sei aber der Vertrieb und dessen falscher Beratungsansatz vor allem
bei kleineren und mittleren Betrieben. Bisher hätten sich alle bAV-Berater nämlich viel zu sehr auf die Ansprache der einzelnen Arbeitnehmer konzentriert statt die Geschäftsleitungen ganzheitlich über den Nutzen für das Unternehmen zu informieren. Angesichts der demografischen Entwicklung ist diese Vertriebsstrategie für ihn unter dem Aspekt der Mitarbeitergewinnung und -bindung ziemlich unverständlich, aber ebenso im Hinblick auf die langfristige Sicherung der Kaufkraft und damit der künftigen Absatzchancen in einer alternden Gesellschaft.

Vermittler haben falschen Beratungsansatz

Der Vertrieb habe zudem außer Acht gelassen, dass sowohl bei den Arbeitgebern wie bei den Arbeitnehmern eine grundsätzlich sehr positive Einstellung gegenüber der betrieblichen
Alterversorgung bestehe. Aus Sicht der Mitarbeiter stelle ein bAV-Angebot des Arbeitgebers ein Zeichen der Wertschätzung dar, zitierte Dommermuth aus einer aktuellen
Umfrage der Financial Times Deutschland. Gleichzeitig messen laut einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG 75 Prozent aller Unternehmen der bAV in der Zukunft
eine wachsende personalpolitische Bedeutung zu. Mittlerweile könne die betriebliche Altersversorgung zudem nicht nur von den unübersehbar gewordenen Problemen der
gesetzlichen Rentenversicherung profitieren, sondern ebenso vom generellen Vertrauensverlust gegenüber Banken und Versicherern, machte er aufmerksam. Mehr bAV könne daher
inzwischen sogar dazu beitragen, das angeschlagene Image der Marktwirtschaft wieder zu verbessern – und quasi als „Bollwerk gegen den Turbokapitalismus“ fungieren.
Für Dommermuth ist deshalb nicht zuletzt ein erhebliches Defizit bei der Aufklärung dafür verantwortlich, dass nach wie vor bisher nur rund die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer
über eine betriebliche Altersversorgung verfügt und nach einer Umfrage der Gothaer Versicherung bei kleineren Unternehmen vor allem die Furcht vorherrsche, dass
ihnen durch sie erhebliche zusätzliche Kosten entstehen könnten. Den Arbeitnehmern sollte der Vertrieb weit stärker als bisher vermitteln, dass die bei der bAV erzielbaren Renditen
in der Größenordnung von sechs Prozent inzwischen „einzigartig“ gut seien – und außerdemweitgehend risikolos.

rem
Heft 2 15. Januar 2012 101

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Kein Problem mit der Niedrigzinsphase

Der Gleichordnungskonzern aus der Alten Leipziger Lebensversicherung und der Halleschen Krankenversicherung blieb nach den vorläufigen Geschäftsergebnissen 2011 mit einer Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 4,5 Prozent von der Finanzkrise weitgehend verschont. Das Neugeschäft mit laufenden Beiträgen in der Lebensversicherung legte um 19 Prozent zu. Der Bestand in der Krankenversicherung erhöhte sich um knapp drei Prozent, vor allem durch Vollversicherte.

Eine nach Unternehmensangaben seit vielen Jahren konsequent praktizierte sicherheitsorientierte Kapitalanlagepolitik, die auf die Vermeidung von Bonitätsrisiken und die Konzentration auf den Heimatmarkt Deutschland abzielte, hat den Gleichordnungskonzern aus Alte Leipziger Lebensversicherung und Hallesche Krankenversicherung 2011 gut durch die Finanzkrise gebracht.

Langfristige Rentabilität

Grundsätzlich würden nur Anlagen getätigt, die auf Dauer eine angemessene Rentabilität erwarten lassen, wird betont. Investitionen in den USA oder den von der Eurokrise betroffenen südeuropäischen Euro-Ländern sind nicht dabei.

Die Alte Leipziger konnte dabei eine Nettoverzinsung der Kapitalanlagen von 4,5 Prozent erzielen. Der Rohüberschuss wurde auf dem geplanten Niveau von 370 Millionen Euro gehalten, nachdem erstmals eine Zinszusatzreserve von 29 Millionen Euro vorgeschrieben war, das Eigenkapital erhöhte sich um zehn Prozent auf über eine halbe Milliarde Euro.

Bei der Halleschen Krankenversicherung stieg das Kapitalanlagevolumen um 466 Millionen Euro auf 5.624 Millionen Euro, die Nettoverzinsung sank von 4,02 auf 4,0 Prozent. Das Eigenkapital erhöhte sich von 193,4 auf 218 Millionen Euro. Der Rohüberschuss lag bei 136 (2010: 150)  Millionen Euro, die Eigenkapitalquote stieg von 19,2 auf 20 Prozent.

Wie bereits im letzten Jahr (VersicherungsJournal 8.6.2011) sind die beiden Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit deshalb sicher, dass die Anforderungen von Solvency II erfüllt werden.

Treue Kunden

In der Lebensversicherung erhöhten sich die gebuchten Bruttobeiträge um gut sechs Prozent auf 1.584 Millionen Euro, davon entfielen 1.249 Millionen auf laufende Beiträge und 335 Millionen auf Einmalbeiträge.

60 Prozent des Neugeschäfts stammten aus bestehenden und neuen Verträgen der Betrieblichen Altersversorgung und Rentenversicherungen mit sofortigem und aufgeschobenem Beginn sowie aus Wiederanlagen. Insgesamt wuchs das Neugeschäft mit Einmalbeiträgen um 6,7 Prozent, das mit laufenden Beiträgen um 19 Prozent.

Die Überschussbeteiligung wurde für 2012 um 0,25 Prozent auf 3,85 Prozent abgesenkt.

Umsatzbringer Vollversicherung

Bei der Halleschen Krankenversicherung wuchs der Bestand um 6.500 Versicherte auf jetzt 236.3000 Personen. Die gebuchten Bruttobeiträge erhöhten sich um fünf Prozent auf 1.058 Millionen Euro, überwiegend durch Kunden in der Vollversicherung.

Die versicherungs-geschäftliche Ergebnisquote betrug gut zehn Prozent (2010: 14,1 Prozent).

Susanne Görsdorf-Kegel

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