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Was versteht man unter einem Ehegattenarbeitsvertrag?

Was versteht man unter einem Ehegattenarbeitsvertrag und wie wird dieser (sozial)versicherungsrechtlich behandelt

Vorteile des Ehegatten-Arbeitsvertrag

Gerade Inhaber von Klein- und Mittelbetrieben sowie Freiberufler werden häufig von den mitarbeitenden Ehepartner unterstützt. Dadurch ist in vielen Fällen die Einstellung einer „fremden“ Arbeitskraft nicht erforderlich und der Ehegatte trägt somit als Arbeitnehmer zum geschäftlichen Erfolg bei.

Steuer- und Sozialversicherungsrecht bieten für die Beschäftigung des Ehegatten interessante Gestaltungsmöglichkeiten, die zu Einkommens- und ggf. Gewerbeertragsteuerersparnissen führen können und sogar eine bessere Versorgung im Krankheitsfall und im Alter ermöglichen. Immerhin mindert ein „400.- € Job“ den Betriebsgewinn um 6.240.- € p.a.

Die folgenden Informationen sollen einen Einstieg in das Thema bieten.

Die rechtliche Sicht

Als Selbständiger/Freiberufler wird mit dem Ehepartner ein schriftlicher Arbeitsvertrag geschlossen. Neben Gehalt sind Arbeitszeit inkl. Urlaub sowie eine genaue Beschreibung des Arbeitsinhaltes zu regeln.

Achtung: Bei mitarbeitenden Ehepartner von Geschäftsführern einer GmbH, sollte eine „sozial-versicherungs-rechtliche Statusfeststellung“ vorgenommen werden.  

Die sozialversicherungsrechtliche Sicht

Pauschal sozialversicherungspflichtig sind Beschäftigungen des Ehegatten, die geringfügig sind und nicht neben einer anderen Beschäftigung ausgeübt werden. Die Geringfügigkeit ist gegeben, wenn das monatliche Arbeitsentgelt nicht höher als 400,00 € ist und die wöchentliche Arbeitszeit unter 15 Stunden liegt.

Bis zu einem Verdienst von 400,00 € trägt der Arbeitgeber die pauschalen Beiträge zur Sozialversicherung in Höhe von 30 %. Erst bei Überschreiten dieser Verdienstgrenze tritt die Sozialversicherungspflicht (Kranken-, Pflege,-Renten- und Arbeitslosenversicherung) ein. Zwischen 401 .- € und 800.- € liegt der Midi-Jobbereich. Hier sind die Beiträge zur Sozialversicherung geringer.

Besonderheiten

Der voll sozialversicherungspflichtige Ehegatte kann seine gesetzliche Krankenversicherung (GKV) im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten frei wählen.

Um „Scheinarbeitsverhältnisse“ zu verhindern, sind die Prüfungen zur Anerkennung der Ehegattenarbeitsverträge in den letzten Jahren erheblich verschärft worden. Deshalb ist dringend zu empfehlen, dass sämtliche Vereinbarungen schriftlich fixiert und in der Praxis auch tatsächlich erfüllt werden.

Die steuerliche Sicht

Der Arbeitsvertrag muss auch für das Finanzamt schriftlich festgehalten und ernsthaft eingehalten werden. In allen Punkten muss die Gleichbehandlung des Ehepartners mit ggf. anderen Arbeitnehmern des Betriebes gewahrt sein. Es ist ein Lohnkonto einzurichten. Bei geringfügig Beschäftigten (siehe unter „Die sozialversicherungsrechtliche Sicht“) ist der Arbeitslohn steuerfrei (falls keine weiteren Einkünfte vorliegen), das gilt bis zu einem Einkommen von 400,00 €. Liegt das regelmäßige Einkommen höher, ist es nach der Lohnsteuertabelle individuell zu versteuern.

Das Einkommen des Ehegatten sollte sich an einer vergleichbaren tariflichen, bzw. ortsüblichen Vergütung orientieren. Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Arbeitslohn Betriebsausgabe ist. Damit gilt bei positiven Einkünften: Steigender Lohn führt zu steigenden Betriebsausgaben und zu sinkender Steuerbelastung.

Durch die Einstellung und um mögliche Komplikationen mit dem FA und der Krankenkasse aus dem Wege zu gehen, sollte etwas mehr als die 400 € gewählt werden, da beide den Vertrag prüfen, ob er nur zum Schein angelegt wurde. Aus unserer Erfahrung heraus etwa 700 €. Ein weiterer Vorteil ist, dass eine Altersvorsorge über das Unternehmen für den Ehepartner möglich ist die in hohem Maße effektiv ist.

Senden Sie uns einfach eine E-Mail und wir stellen Ihnen gerne einen Muster Ehegattenarbeitsvertrag zur Verfügung. Mail an info@leuthner-consulting.de und in den Betreff Ehegattenarbeitsvertrag eintragen. Gerne erstellen wir Ihnen auch eine Muster-Berechnung der individuelle Auswirkung auf den Betriebsgewinn, die hieraus erzielte Steuerersparnis sowie die Ansprüche an die Sozialversicherung (Rente, Krankengeld, Arbeitslosengeld, Pflege).

Beste Grüße,

Alexander Leuthner

 

 

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Minijob (400.- €) zur Sicherung der Altersrente

Die zusätzliche Altersversorgung gewinnt immer mehr an Bedeutung. Bei vielen Minijobbern ist das Arbeitsverhältnis langfristig angelegt. Vielfach ist es die Ehefrau, die einen 400-Euro-Job ausübt, damit ie Haushaltskasse aufgebessert wird. Die gesetzliche Rente wird bei vielen Arbeitnehmern relativ niedrig ausfallen aufgrund des erzielten Einkommens, der Demographischen Entwicklung und der esetzlichen Regelungen. Auch für s. g. Minijobber bieten sich interessante, staatliche geförderte Möglichkeiten, eine Altersversorgung aufzubauen.

Minijob

Bei einem Minijob (bis 400 Euro) hat der Arbeitgeber monatlich einen Pauschalbeitrag von 30% an die Minijobzentrale der Knappschaft Bahn – See abzuführen. Dieses sind 15% Rentenversicherung, 13% Krankenversicherung und 2% Steuern. Ferner 0,67% Lohnfortzahlungsversicherung und 0,10 nsolvenzumlage. Der Arbeitnehmer hat die Möglichkeit, den Rentenversicherungsbeitrag von 15 auf 19,9% ufzustocken. Diesen Beitrag in Höhe von 4,9% trägt der Arbeitnehmer alleine. Hiefür hat der Arbeitnehmer egenüber dem Arbeitgeber eine Verzichtserklärung abzugeben.

Rentenansprüche aus einem Minijob

Bei einem Lohn von 400 Euro monatlich und einer Beschäftigung von einem Jahr errechnen sich Rentenansprüche ohne Beitragsaufstockung von ca. 3,20 Euro monatlich und eine Wartezeit Anrechnungszeit) von 4 Monaten. Wird der Rentenversicherungsbeitrag im Rahmen einer Verzichtserklärung ufgestockt, werden Rentenansprüche von 4,22 Euro monatlich erworben. Die Wartezeit beträgt 12 Monate. Die aus diesem Beitrag resultierende Rente ist augenscheinlich relativ niedrig, bringt aber andere wichtige Vorteile. Mit der Aufstockung erzielt der Arbeitnehmer volle Ansprüche wie ein Rentenversicherungspflichtiger, .B. Rente wegen Erwerbsminderung, Anspruch auf Rehabilitationsmaßnahmen, vorgezogene Altersrente usw. Ferner können Ansprüche geltend gemacht werden auf Riesterförderung nach der Riesterrente. Mit einem Eigenbeitrag von monatlich 5 Euro können 154 Euro Grundzulage und 185 bzw. 300 Euro Kinderzulage beantragt werden. Als weiteres kann eine s. g. Minijobrente aufgebaut werden.

Minijobrente

Bei der Minijobrente vereinbaren Arbeitnehmer und Arbeitgeber Mehrarbeit in Höhe einer festen Stundenzahl pro Monat (Zeit für Rente). Als Gegenleistung der Mehrarbeit zahlt der Arbeitgeber diesen Beitrag in eine Direktversicherung bzw. Pensionskasse ein. Bis 4% der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung sind steuer- und sozialabgabenfrei. Das sind z. Zt. monatlich bis max. 220 Euro. Erhält der Arbeitnehmer monatlich 400 Euro und der Arbeitgeber zahlt zusätzlich 100 Euro in die Minijobrente, bleibt trotzdem der Status als geringfügig Beschäftigter erhalten. Bei einem Arbeitgeberwechsel kann die Minijobrente problemlos übertragen werden. Die Minijobrente ist eine unverfallbare, pfändungs- und Hartz-IV­sichere Altersversorgung. Für den Arbeitgeber sind die Beiträge zur Minijobrente 100% Betriebsausgaben.

Fazit

Voraussetzung für die Minijobrente ist, dass das Arbeitsverhältnis unbefristet und auf Dauer angelegt ist. Ein Rechtsanspruch besteht nur, sofern der Arbeitnehmer auf seine Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung verzichtet. Auch Kleinverdiener im Rahmen der Gleitzone (400 – 800 Euro) können das Prinzip der Minijobrente in Anspruch nehmen. Es bleibt noch anzumerken, dass Betriebsrenten im Leistungsbezug steuerpflichtig und leistungspflichtig zur Kranken- Pflegeversicherung sind.

 

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Tipps und Tricks zur gesetzlichen Rentenversicherung

Die gesetzliche Rentenversicherung

Schon seit ihrer Gründung im 19. Jahrhundert ist das Prinzip der gesetzlichen Rentenversicherung unverändert. Seit dieser Zeit erhält der Bürger durch seine Beiträge in die Rentenkasse Anspruch auf eine Rente im Alter. Dadurch sollte damals wie heute der Armut von Arbeitnehmern im Ruhestand vorgebeugt werden.

Die Höhe der Beiträge hängt von der Höhe des Einkommens des Bürgers ab. Eine gesetzliche Rentenversicherung ist für jeden Arbeitnehmer verpflichtend. Die Entscheidung gegen eine gesetzliche Rentenversicherung haben in Deutschland nur Freiberufler und Selbstständige. Allerdings ist auch für freiwillig Versicherte die Versicherungspflicht verbindlich und muss mit einem Mindestbeitrag von 80 Euro monatlich geleistet werden.

Angesichts der stets leerer werdenden Kassen der gesetzlichen Rentenversicherungen, bezweifeln viele Bürger mittlerweile die Sicherheit ihrer Rente. Staatlich geförderte private Rentenversicherungen wie zum Beispiel die Riester Rente können eine Lösung für dieses Problem sein.

>> zum Rentenrechner

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