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Auf riskanter Mission für die Firma

Geschäftsreisen sind ein kostspieliges Übel. Da streichen Chefs schonmal die Businessclass oder das teurere Hotel. Wer aber selbst für die Versicherung zu geizig ist, riskiert den Ruin der Firma.

Rund 150 Millionen Dienstreisen organisieren deutsche Unternehmen jedes Jahr und geben rund 40 Mrd. Euro dafür aus. Ganz schön viel Geld. Denken sich die Firmen auch und senken die Reisekosten: Billigunterkunft statt Hilton und Economy statt Businessklasse.

So weit, so gut. Arbeitgeber können aber auch am falschen Ende sparen. Das zeigt sich, wenn Reisende unterwegs verunglücken oder krank werden und kein passender Versicherungsschutz besteht. Es gehört zur Fürsorgepflicht des Arbeitgebers, für Reisen im Interesse der Firma die nötigen Versicherungen abzuschließen. Auch im Ausland.
Kümmert sich ein Unternehmen nicht darum, kann es teuer werden – und tragisch. Nachdem etwa 2002 bei einem Attentat im pakistanischen Karatschi Mitarbeiter einer französischen Firma gestorben waren, verurteilte ein Gericht das Unternehmen dazu, 765.000 Euro Schadensersatz an die Angehörigen der Opfer zu zahlen.
Das Unternehmen war seiner Fürsorgepflicht nicht ausreichend nachgekommen. Obwohl die Gefahr bekannt war, hatte es seine Mitarbeiter jeden Tag zur gleichen Uhrzeit auf dem gleichen Weg zur Baustelle gefahren.
Der Krankheitsfall:
Wird ein Arbeitnehmer auf einer Geschäftsreise krank, muss seine privat abgeschlossene Reisekrankenversicherung nicht zahlen. Die gesetzliche Krankenversicherung zahlt nur, wenn das Reiseland ein Sozialversicherungsabkommen mit Deutschland geschlossen hat. Und dann nur den Betrag, den die Behandlung in Deutschland gekostet hätte.
Den Rest muss der Arbeitgeber tragen, das gehört zu seiner Fürsorgepflicht. Viele Versicherungen bieten darum Policen für Arbeitgeber an, die eine vorgegebene Zahl von Geschäftsreisen pro Jahr abdecken – unabhängig davon, welcher Mitarbeiter reist. Unternehmer sollten darauf achten, dass die Höhe der Police unlimitiert ist, damit beispielsweise auch der Rücktransport des Kranken übernommen wird.
Der Unfall:
Die Unfallversicherung zahlt auch im Ausland bei allen Unfällen, die während der Arbeitszeit geschehen. Dazu gehören beispielsweise Verkehrsunfälle auf dem Weg zur Arbeit. Schwierig kann es werden, wenn der Arbeitnehmer einen Umweg fährt und verunglückt. Dann muss im Einzelfall geklärt werden, was Arbeit und was Freizeit ist. Weil das im Ausland oft noch schwieriger ist als zu Hause, schließen viele Chefs zusätzliche Policen ab, die auf Geschäfts­reisen rund um die Uhr Versicherungsschutz bieten. Für solche Versicherungen gibt es sogar steuerliche Vergünstigungen.
Die Entführung:
Wer seine Arbeitnehmer in den Jemen oder nach Kolumbien schickt, sollte über Versicherungen gegen Entführungen nachdenken. Bis 1998 waren diese in Deutschland als sittenwidrig eingestuft und daher nicht zulässig. Seit 2008 ist klar: Sie sind manchmal notwendig.
Damals entschied das Oberverwaltungsgericht Berlin, dass ein Entführungsopfer kolumbianischer Rebellen der Bundesrepublik Deutschland 12.000 Euro für den Rettungsflug per Helikopter zurückzahlen muss. Nach wie vor gibt es in Deutschland nur wenige Angebote, auch weil die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht strenge Auflagen macht.
So dürfen maximal drei Mitarbeiter von der Existenz des Versicherungsvertrags wissen – so soll vermieden werden, dass Entführer zu ihrer Tat provoziert werden. Lösegeldversicherungen beinhalten beispielsweise eine spezielle Vorbereitung auf die Reise. Im Ernstfall stellt die Versicherung einen Experten, der die Verhandlungen übernimmt.
Die Haftpflicht:
Wie bei der Unfallversicherung greift auch die private Haftpflichtversicherung nur für Vorfälle außerhalb der Arbeitszeit – etwa beim Treffen mit Freunden im Restaurant. Während der Arbeitszeit müsste eigentlich die Betriebshaftpflicht für den Schaden aufkommen. Aber Vorsicht: Alte Policen schließen Schäden im Ausland oft aus.
Quelle:FTD

 

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