Versorgungsordnung, warum?

Immer wieder hören wir die Frage während der Erstellung von betrieblichen Versorgungskonzepten, Versorgungsordnung? brauchen wir den so etwas?

Ein Beispiel bringt „Licht“ ins Dunkel.

Mal angenommen Sie beauftragen einen Installationsbetrieb zur Erneuerung der elektrischen Anlagen Ihres Betriebes. Hier werden Sie in aller Regel, sehr deutlich beschreiben das zum Beispiel die Lichtschalter auf gar keinen Fall niedriger als 105 cm zu platzieren sind, die Steckdosen unter gar keinen Umständen mittig im Raum platziert werden dürfen, die Lampen den Anforderungen der Berufsgenossenschaft entsprechen müssen und das ein „BUS“ System zur zentralen Steuerung gewünscht ist. Im Anschluss erstellt der Fachmann des Elektrohandwerks  Ihnen ein Angebot und überreicht hiermit auch seine AGB´s. Hierin zeigt er vor allem auf, was er nicht leisten kann und will, natürlich auch für was er nicht haftet. Zum Beispiel für zusätzliche Anforderungen die aus behördlichen Auflagen enstehen, die erst im Nachhinein zum tragen kommen. Er grenzt also sein Risiko ein.

Wie sieht eigentlich so eine betriebliche Altersvorsorge aus?

Grundsätzlich ist die betriebliche Altersvorsorge gesetzlichen Regelungen unterworfen, die für den Arbeitgeber im Rahmen seiner „Fürsorge-Verpflichtung“ Gültigkeit haben. Die Auslagerung der Versorgung auf einen Versicherer ist dann das übliche Vorgehen. Das Unternehmen schließt einen Vertrag mit einem Versicherer ab, zu Gunsten des Mitarbeiters und deren Familien. Die Prüfung dieses Vertrages zwischen Unternehmen und Versicherer, obliegt dem Arbeitgeber, da er Versicherungsnehmer ist und  Teile der Vergütung für geleistete Arbeit des Mitarbeiters einfließen. Im Arbeitsvertrag wird dies dann ergänzend so mit dem Mitarbeiter vereinbart. Kurz um, der Arbeitgeber haftet für den „umgewandelten“ Lohn, für den der Mitarbeiter ja Arbeitsleistung erbracht hat.

In den meisten Fällen ist der Anspruch des Mitarbeiters an den Arbeitgeber deutlich höher als an den Versicherer!

Jetzt zur Praxis: In vielen Fällen ist es bei den Versorgungen auf die wir stoßen so, das alles irgendwie und irgendwann einmal entstanden ist aber eigentlich keiner mehr weiß warum und schon gar nicht wie die Regelungen zwischen Arbeitgeber, Arbeitnehmer und natürlich dem Versicherer aussehen. Mitarbeiter sind gekommen haben Verträge mitgebracht, Mitarbeiter sind gegangen und haben dies auch mitgenommen. Mehrere Versicherer sind historisch im Unternehmen und oder wir lassen den Mitarbeiter die Entscheidung ob und bei welcher Gesellschaft etwas gemacht wird. Das sind nicht selten die einzigen Infos die präsent sind. Nun muss man wissen, das der Anspruch des Mitarbeiters an die Versicherer der Betriebsrenten, in den meisten Fällen deutlich geringer ist als der Anspruch an den Arbeitgeber.  Dies regeln die Versicherer  so, in Ihren AGB`s.  Das heißt, das der Versicherer nur für die aus seinen AGB´s entstandenen Werte gerade steht! Welche Werte stehen in den Betriebsrentenverträgen in Ihrem Unternehmen?

Was will das Unternehmen nicht?

Vor allem keinen Ärger. Schon gar nicht, weil ja eigentlich hinter dem Gedanken „Betriebsrente“ ein positiver Grundgedanke des Arbeitgebers steht. „Seht her liebe Mitarbeiter, ich tue etwas für Euch“ :-) Also sollte klar geregelt sein was auf gar keinen Fall geht und dies natürlich rechts-sicher.

Fragen wie zum Beispiel:

  1. welchen Durchführungsweg ist für mein Unternehmen der Attraktivste
  2. muss der Arbeitgeber eigentlich jeden Vertrag übernehmen den ein neuer Mitarbeiter mitbringt
  3. wer zahlt eigentlich bei längerer Arbeitsunfähigkeit die Beiträge zur Betriebsrente weiter
  4. warum sollte sichergestellt sein, das Sie auf jeden Fall weitergezahlt werden
  5. wer kriegt eigentlich die Ansprüche aus der Betriebsrente im schlimmsten Fall also bei Tod und wer nicht
  6. wie sieht es mit der Wertgleichheit aus
  7. welche Kosten sind akzeptabel und welche nicht
  8. wer bekommt eigentlich keine Betriebsrente und warum nicht
  9. wer überwacht die Regelungen etc. etc.

Dies sind nur einige Punkte, die  aber sicher verdeutlichen warum der Elektriker seine AGB´s formuliert.

Nehmen Sie die Zeit und lassen Sie sich eine Versorgungsordnung (Ihre AGB´s) erstellen. Wie so etwas aussehen kann und wer diese dann rechts-sicher für Ihr Unternehmen erstellt zeigen wir Ihnen gerne.

Beste Grüße

Alexander Leuthner 

VN:F [1.9.15_1155]
Rating: 6.6/10 (5 votes cast)
VN:F [1.9.15_1155]
Rating: +1 (from 1 vote)
Versorgungsordnung, warum?, 6.6 out of 10 based on 5 ratings