Alltag schlägt „Herz“ !!

Alltag schlägt „Herz“, so oder so ähnlich könnte man den heutigen Fall benennen.

Der heutige Fall aus unserer Praxis, zeigt einmal mehr wie existenziell wichtig es ist, sich regelmäßig mit der eigenen Risikosituation zu befassen und nicht der Annahme zu unterliegen, „ich hab ja einen Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, die werden mir schon was sagen wenn was zu tun ist“.

Der Fall:

Geschäftsführer (GF) angestellt in einem mittelständigen Familienunternehmen aus der Automobil Zulieferer-Industrie. 180 Mitarbeiter, gut laufende Geschäfte. Der angestellte Geschäftsführer (48) ist mit der Tochter des Inhabers verheiratet. Im Jahre 1999 wurde dem Schwiegersohn eine Rentenzusage erteilt. Ab Rentenbeginn zahlt das Unternehmen an den GF 30 % Rente aus den letzten aktiv Bezügen!. Zusätzlich enthalten in der Zusage sind, 70 % Witwenrente, zugunsten der Tochter des Inhabers! Basis der Zusage im Jahr 1999 war ein Gehalt von damals 9.500.- DM. Also monatliche Rente ab Rentenbeginn 2.850.- DM, Witwenrente daraus 70 % = 1.995.-DM! Es wurde eine Rückdeckungsversicherung bei Gerling als Kapitallebensversicherung abgeschlossen. Diese leistet garantiert 267.522,33.- DM (136.782.- €)!! Es werden Sozialversicherungsbeiträge zur Rente sowie zur Arbeitslosenversicherung entrichtet!!

Die Prüfung:

Kundenkontakt zu uns erstmals im November 2010. Kunde suchte aufgrund einer Beitragsanpassung seiner KV nach Optionen. Im Rahmen unserer Prüfung stellten wir als erstes die Höhe des Krankengeldes bzw. den Ist-Stand fest. Ab dem 43. Tag  76,67.- € also 2.300,01 € pro Monat!!, Wir erhielten dann den Arbeitsvertrag des GF sowie die Unterlagen zur Versorgung über das Unternehmen. Die aktuelle Situation stellte sich dann wie folgt dar: Das Gehalt lag mittlerweile in 2010 bei 11.250.- € !! Die bestehende Rückdeckungsversicherung wurde seit her nie angepasst oder verändert und dies trotz jährlicher Erstellung eines versicherungsmathematischen Gutachtens durch den Steuerberater bzw. eine weltweit tätige große Wirtschaftsberatungskanzlei mit Sitz in Frankfurt am Main. Kosten für die Gutachten jährlich 950.- € =12.350.- €

Das Ergebnis:

Aufgrund des deutlich veränderten Gehaltes, stieg aus der Rentenzusage s.o., natürlich auch der Rentenanspruch. Jetzt ab Rentenbeginn 3.375.- € pro Monat und 2.362,50.- € Witwenrente! Zusätzlicher Kapitalbedarf, nach neuem Gutachten 705.000.- €. 1. Alternative, Auflösung der Zusage sowie der bilanziellen Rückstellungen und damit verbunden eine deutliche Steuernachzahlung.  2. Alternative: Zusage auf den so genannten erdienten Renten-Teil (Past/Future-Service) reduzieren. Notwendiger Einmalbetrag ca. 275.000.- €. Höhe der neuen Rentenansprüche nur noch ca. 1/3 der alten Zusage.

Es wird weiter begutachtet, dass keine Sozialversicherungspflicht besteht. Also jährlich 15.187,44 € zu Unrecht und ohne Leistungsanspruch gezahlt wurden. Diese können auf Antrag für die vergangenen min. 4 Jahre zurück erstattet werden = 60.749,76 €. Es folgt die dringende Empfehlung an alle Beteiligten hier umgehend zu Handeln, umso schnell als möglich die alternative Absicherung zu beauftragen. Mehrfach wurde hierzu über Monate auch bei dem Steuerberater um Abwicklung ersucht. Alle möglichen Argumente gab es, warum jetzt gerade keine Zeit dafür sei.

Der Anruf:

Im Juli 2012 also nach gut 20 Monaten Bearbeitungszeit, wurden wir von dem GF angerufen. Er teilte uns mit, das er im Rahmen von Ermüdungssymtomen untersucht wurde und ein Herzklappen-defekt festgestellt wurde, der akut operativ behandelt werden muss. Eine Leistungspflicht für die notwendige Anschlussheilbehandlung wird durch die BfA nicht anerkannt. Ob die private KV leistet muss erst geprüft werden. Eine Anpassung der notwendigen Krankengeld Leistungen ist jetzt ausgeschlossen. Ebenfalls ist keine Absicherung gegen Berufsunfähigkeit mehr möglich. Eine Leistungspflicht der gesetzlichen Rente für eine eventuelle Erwerbsunfähigkeit besteht nicht. Zumindest besteht der Anspruch auf Rückzahlung der zu Unrecht entrichteten Beiträge an die Sozialversicherung.

Das Fazit:

Auch wenn ein Unternehmer bzw. Führungskraft, sicher täglich Entscheidungen zum Wohl des Unternehmens treffen muß und der Alltag voll ist, mit Dingen die zu erledigen sind, bleibt die Frage „was gibt es wichtigeres als die Absicherung der eigenen Gesundheit und damit die finanzielle Absicherung der Familie?“

Schieben Sie diese Art von Entscheidung nicht vor sich her. Nehmen Sie sich die Zeit, sie ist mehr als sinnvoll investiert. Prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag, Ihren Versicherungsstatus und Ihre Ansprüche und handeln Sie jetzt.

Wir prüfen Ihren Arbeitsvertrag und Ihren Status. Rufen Sie uns einfach an.

Beste Grüße Ihr,

Alexander Leuthner

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