Falle Deckungslücke: BAV kann Unternehmensverkauf gefährden

Jedes Jahr stehen bei rund 22.000 Mittelstandsunternehmen die Übergabe an einen Nachfolger auf der Agenda. Die Gestaltung der betriebliche Altersversorgung (bAV) spielt dabei eine wichtige Rolle für den Erfolg des Generationenwechsels.

Warum das so ist? Ganz einfach:

Pensionsverpflichtungen an die bestehenden Eigentümer oder Führungskräfte, in beträchtlicher Höhe können Einfluss auf den Kaufpreis haben und den Verkauf/Übertragung im schlimmsten Fall unmöglich machen. Oft kommt der große „AHA“ Effekt erst dann ans Licht, wenn die Käufer darauf aufmerksam machen, das ja in der Zukunft hohe sechs stellige Beträge als Versorgungsverpflichtung in der Bilanz stehen. So lange fühzeitig ein qualifiziertes Rückdeckungskonzept vereinbart wurde, kann dies bei Verkaufsverhandlungen klar die „Ausfinanzierung“ aufzeigen und dem Verkauf steht nichts im Wege.

Beispiel gefällig?:

Geschäftsführer eines mittelständigen Unternehmens mit 150 Mitarbeitern und einen Jahresumsatz in Höhe von 25. Mio €. Versorgungszusage an den Geschäftsführer (50) nach Ausscheiden und bei Eintritt in die Rente 3.500.- € lebenslange Rente sowie 60% Witwenrente. Notwendiger Kapitalbedarf ca. 900.000.- €. Zum Aufbau dieser Versorgung wird eine Rückstellung – die zum Ende hin ca. 500.000.- € beträgt – , auf die zukünftige „Versorgungsverpflichtung“ in der Bilanz gebildet. Hierdurch verringert sich der Gewinn des Unternehmens, also „es spart Steuern“ ca. 180.000.- €. Nun wurde aber die Rückdeckung nicht konkludent vereinbart und es entsteht eine Deckungslücke auf die zugesagte „Versorgungsverpflichtung“ in Höhe von 350.000.- €. Dieser Betrag muss ausgeglichen werden. Im schlimmsten Fall wird die Zusage steuerlich verworfen, das heißt die Rückstellungen werden Gewinn erhöhend aufgelöst und somit erfolgt eine massive Steuernachzahlung. Ein Käufer will diese Last natürlich nicht tragen und somit kann -wenn überhaupt – nur über einen deutlich verringerten Kaufpreis Einigkeit erzielt werden.

Dieses grobe Beispiel zeigt, dass eine nicht ausreichend kapitalgedeckte betriebliche Altersversorgung für den Unternehmer die Übergabe von mittelständischen Unternehmen an einen Nachfolger erheblich erschwert wenn nicht so gar unmöglich macht.

Die Ermittlung eines realistischen Unternehmenswerts, auch für die künftige Unternehmensfinanzierung ist besonders wichtig, es gilt also zu erfahren, welche aktuellen und künftigen Verpflichtungen aus der bAV auf den Unternehmensnachfolger zukommen – und dies so früh wie möglichst. Wenn Deckungslücken erst zum Zeitpunkt der Nachfolgeregelung erkannt werden, ist es oft zu spät, um noch vernünftig zu reagieren. Aus diesem Grund sollte frühzeitig  eine sorgfältige Analyse der betrieblichen Altersversorgung durch Spezialisten beauftragt werden. Nur wenn die Deckungslücken erkannt werden, kann man handeln und sie schließen. Die Erhöhung der Deckungsmittel ist eine Möglichkeit, gegebenenfalls auch nachträglich, zum Beispiel über eine Rückdeckungsversicherung oder auch mit Kapitalanlageprodukten. Eine Auslagerung der Pensionsverpflichtung, ist dann Sinnvoll wenn abzusehen ist, dass ein späterer Käufer/Nachfolger  diese Verpflichtungen gar nicht erst übernehmen will/wird. Ein externes Versorgungswerk, einen Pensionsfonds oder eine Unterstützungskasse sind dann die Alternativen.

Unser Tipp:

Reagieren Sie frühzeitig und lassen Sie Ihrer Pensionsverpflichtungen bewerten. Fragen Sie einfach nach unseren gutachterlichen Stellungnahmen. Infos über das Vorgehen und die Kosten erhalten Sie umgehend von uns.

Mit 911 schönen Grüßen

Alexander Leuthner 

 

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