Zusatzversicherungen und andere hoch geistige Rankings

„Chefarzt, Brille, Akkupunktur; Zusatzversicherungen auf dem Vormarsch“, so lautete der Titel zu einem Bericht der sich mit einer Bewertung von Finanztest zum Thema Kranken-Zusatzversicherungen befasst.

Ich will gar nicht auf die Qualität der Aussagen von Finanztest eingehen, der Anspruch des Testers ist sicher schon oft genug angesprochen worden. Trodzdem will ich es nicht unterlassen darauf aufmerksam zu machen das die angesprochenen zusätzlichen Policen sicher nicht zu den existenzbedrohenden Risiken gehören. Ob ich über meinen Zusatztarif 200.- € für einen Brille alle 2 Jahre erstattet bekomme, die ich vorher mit meinen eigenen Beiträge finanziert habe ist sicher nicht Kriegs entscheidend. Der Hinweis von Finanztest auf den fast doppelt so hohen Beitrag bei den „Privaten“ für die 4 köpfige Familie im Vergleich zu einer gesetzlichen Kasse + Zusatzbeiträge zeigt aber den Anspruch diese Hauses klar auf.

Unser Thema ist speziell die betriebliche Absicherungen von Mitarbeiter und im besonderen der Inhaber. So ist es auch an der Tagesordnung, dass wir mit diesem Personenkreis zu aller erst über die existenzbedrohensten Risiken sprechen. Neben dem Risiko Tod, ist hier sicher in aller erster Linie das Krankengeld zu diskutieren. Und wenn Finanztest als Vorteil anpreist „das der Beitrag für die Versicherten der gesetzlichen Krankenkassen oberhalb der Beitragssbemessungsgrenze immer der gleiche bleibt, egal wie viel man verdient“ verschweigt Finanztest,  das so selbstverständlich auch die Leistungen begrenzt sind. Natürlich zahlt ein Versicherter auch bei einem Einkommen von 150.000.- € p.a. „nur“ den Höchstbeitrag der gesetzlichen Kassen. Im Gegenzug erhält er allerdings auch nur ein Krankengeld in Höhe von Brutto 2.598,90 €. Netto bleiben da 2.276,10 €. Einfach selbst mal nach rechnen.  Krankengeld-Rechner

Da dieses Thema ab der 6. Woche zum Problem wird, also quasi sofort, ist es umso erstaunlicher das die Themen Rente (hier mit 67) Berufsunfähigkeit (hier sicher erst nach Monaten) oder, wie bei Finanztest, erst gar nicht auf den Plan kommt sondern nur alte Parolen bedient werden und sich lieber mit den Themen „Brille, Akkupunktur und den Zähnen“ befasst wird.

Diesen Punkt einmal mit der Ehefrau/Ehemann dieser Zielgruppe diskutiert und aufgezeigt das im Krankheitsfall das Gehalt in 43. Tagen, um zum Teil 70% und mehr weg fällt. Dies führt sicher dazu, das der Punkt „Beitrag“  dann nur noch zweitrangig ist.

Schade, Chance vertan. Wer testet eigentlich die Tester.

Ach ja noch ein Test. Focus Money Ausgabe 43/2011 (die letzte) Testsieger die Hallesche Krankenversicherung soweit so gut. Das lachen habe ich mir aber nicht verkneifen können, als da die Central auf Platz 2 auftaucht. Tja da hat Focus Money sicher nicht ganz aktuell recherchiert. Sind die nicht gerade gezwungen aufgrund von Fehlkalkulationen sich von Ihren Vertriebspartner und Mitarbeiter zu trennen und stellen Tarifwerke ein und haben Beitrags-Anpassungen im 2 stelligen Prozentbereich bekannt gegeben.  Man muss sich in dem Test nur die Note für die Finanzstärke anschauen, dann weiß man auch wie das mit Griechenland passieren konnte ;-).

Beste Grüße

Alexander Leuthner

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