Demografischer Wandel: Betriebliche Altersversorgung wichtiger

06.09.2011 – Die betriebliche Altersversorgung (bAV) gewinnt durch den demografischen Wandel für Unternehmen deutlich an Bedeutung. Das ist das Ergebnis einer Studie von Towers-Watson, die gestern in Frankfurt vorgestellt wurde. Dabei geht es vor allem um Mitarbeiterbindung und -gewinnung. Unternehmen, die sich frühzeitig auf den demografischen Wandel einstellen, können die bAV in zweifacher Hinsicht nutzen.

„Einerseits kann sie einen frühen Ausstieg aus dem Erwerbsleben finanziell unterstützen, wenn Mitarbeiter ihre Tätigkeit, beispielsweise aufgrund einer großen körperlichen Belastung, nicht bis zum Rentenalter ausüben können. Andererseits kann sie auch so gestaltet werden, dass sie beispielsweise Wissensträger motiviert, auch über das Ruhestandsalter hinaus zu arbeiten“, erläuterte Thomas Jasper, Leiter Retirement Solutions bei Towers Watson und Autor der Studie.

Bereits in einer früheren Studie hatten 90 Prozent der Personalmanager die Bedeutung der bAV für die Personalplanung betont. Nur in 41 Prozent der Unternehmen ist die proaktive Auseinandersetzung mit dem demografischen Wandel in der Geschäftsleitung verankert, rügten die Autoren der Studie.

Wandel trifft Deutschland früh
Dabei tritt nach Einschätzung der Analysten der demografische Wandel in Deutschland früher ein, als in anderen Ländern. So sind heute rund 20,5 Prozent alle Einwohner in Deutschland über 65 Jahre. Im Jahre 2050 werden es schon rund 32,5 Prozent sein, so die Prognose. Im gleichen Zeitraum steigt der Anteil in Europa von 16,3 auf 27,40 Prozent und in den USA von 13 auf 21,6 Prozent. Allein in Japan gibt es mit 37,8 Prozent über 65-jährige noch mehr Alte als in Deutschland. Dramatisch werden auch die Beschäftigtenzahlen zurückgehen. Stehen heute noch 44,3 Millionen Menschen in Lohn und Brot, werden es 2050 nur noch 27,6 Millionen sein. Eine Zuwanderung ist daher unerlässlich. Wandern jährlich 300.000 zu, liegt die Zahl der Erwerbstätigen im Jahre 2050 immerhin noch bei 39,4 Millionen Menschen.

Quelle:

VM, Autor(en): Uwe Schmidt-Kasparek

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