Nachholbedarf bei bAV-Verträgen im Mittelstand

Im deutschen Mittelstand bleibt erhebliches Effizienzpotential bei der Ausgestaltung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) oft ungenutzt. Das ist ein zentrales Ergebnis einer Umfrage unter Personalentscheidern in mittelständischen Unternehmen. Die Longial-Umfrage belegt, dass der Wissensstand zur unternehmenseigenen bAV bei den Personalern durchaus hoch ist. Eine regelmäßige Überprüfung, wie wirksam die bAV-Lösungen tatsächlich sind und in welchem Maß die Mitarbeiter ihre betriebliche Versorgung kennen und wertschätzen, bleibt in vielen Unternehmen aber aus.

Regelmäßige Prüfung auf Effizienz und Kostenersparnis lohnt sich

So geben mehr als zwei Drittel der Befragten an, einen vollständigen Überblick über alle bestehenden bAV-Verträge ihrer Mitarbeiter zu haben. Auch meinen fast ebenso viele, sich mit den entstehenden finanziellen Verpflichtungen aus allen Verträgen gut auszukennen. Befragt man die Unternehmen allerdings, ob sie eine regelmäßige Analyse existierender bAVVerträge vornehmen, sieht die Situation anders aus. Hier zeigt sich, dass 62 Prozent der Befragten die bestehenden Verträge nicht regelmäßig auf Effizienz und Kostenersparnis überprüfen. Doch gerade hier sollten die Unternehmen kritisch sein. „Das regelmäßige Hinterfragen bestehender Versorgungssysteme lohnt sich. Oftmals zeigen sich bei näherer Betrachtung Einsparpotentiale, die bisher noch nicht ausgeschöpft wurden. So können beispielsweise andere Vergütungsbestandteile, wie die vermögenswirksamen Leistungen zugunsten einer bAV umgewidmet und Steuern und Sozialabgaben eingespart werden.“

Fexible Gestaltung der bAV-Verträge auch nachträglich noch möglich

Auch in puncto Flexibilität scheint es Handlungsbedarf zu geben. Mehr als die Hälfte der Befragten kann der Aussage „Die abgeschlossenen bAV-Verträge lassen sich an die jeweilige unternehmerische Situation gut anpassen“ nicht zustimmen. Hierin sieht Jurk Risiken für die Unternehmen: „Eine starre betriebliche Altersversorgung kann in bestimmten Situationen den unternehmerischen Erfolg gefährden. Deshalb sollten die bAV-Lösungen auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten sein.“ In den meisten Fällen können die bAV-Verträge auch nachträglich noch so gestaltet werden, dass sie für Unternehmen flexibel zu handhaben sind.

Fachkräfte gewinnen durch attraktive bAV

Die Bedeutung der bAV in wird im Bezug auf Bindung und Gewinnung von qualifizierten Mitarbeitern immer noch unterschätzt. Zu diesem Ergebnis kommt auch Frank Wallau, Professor an der Fachhochschule der Wirtschaft Paderborn / Bielefeld: „Unternehmen können im Wettbewerb um die besten Fachkräfte durch eine attraktive betriebliche Altersversorgung Pluspunkte sammeln. Eine solide bAV kann die Mitarbeiterbindung stärken und verbessert die Leistungsmotivation. Arbeitnehmer wie auch Arbeitgeber können hier gleichermaßen profitieren. Der Mittelstand hat hier jedoch eindeutig Nachholbedarf.“ Der Informations- und Aufklärungspflicht bei neu abzuschließenden und bestehenden bAV-Verträgen kommt der größte Teil der befragten Personaler laut Umfrage regelmäßig nach. Allerdings informiert weniger als die Hälfte der Personalverantwortlichen ihre Mitarbeiter über neue Möglichkeiten in der bAV trotz der entsprechenden Informations- und Fürsorgepflicht.

(Quelle: (ac)bAVMonitor).

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