Kein PKV-Krankentagegeld bei Berufsunfähigkeit?

Sobald ein Versicherter eine Berufsunfähigkeitsrente bezieht, erlischt sein Anspruch auf Krankentagegeld der Privatkrankenkasse (PKV).

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Köln hervor, über das die Fachzeitschrift „NJW-Rechtsprechungs-Report Zivilrecht“ (Heft 4/2010) berichtet. Demnach kann die Krankentagegeldversicherung sogar bereits gezahlte Leistungen zurückfordern, wenn sie der Versicherte zwar über die Berufsunfähigkeit informiert, aber versehentlich weiter Leistungen erhalten hat (Az.: 20 U 168/08).

Richter: Fehler der PKV ist keine bewusste Weiterzahlung gewesen

Das Gericht gab in dem Fall dem Versicherungsunternehmen Recht. Ein Versicherter hatte ihr mitgeteilt, dass er eine Berufsunfähigkeitsrente beziehe. Das Schreiben hatte der zuständige Sachbearbeiter allerdings wohl nicht an die Leistungsabteilung weitergeleitet – die Versicherung zahlte das Tagegeld einfach weiter. Als sie es später aber zurückforderte, machte der Versicherte geltend, dafür gebe es keine Rechtsgrundlage. Die Richter sahen das anders: Eine Ausnahme gelte nur, wenn die Versicherung bewusst weiterzahle, obwohl sie wisse, dass sie nicht mehr leistungspflichtig sei.

Quelle: www.haufe.de/sozialversicherung

 

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